16. August 2017

NEUER REKORD!

Die Bewerbungsphase ist gestern zuende gegangen und wir freuen uns riesig, Euch unseren neuen Rekord mitteilen zu können: Mehr als 2.300 Bewerbungen aus 90 Ländern haben uns erreicht!!! Ihr habt Euch aus aller Welt beworben - von Island bis Tonga. Ihr seid spitze!

Bald wird sich die Jury entscheiden, wer für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2017 nominiert ist. Ihr bekommt alle eine Mitteilung im September!

Viel Glück!
26. Juli 2017

Bewerbungsphase verlängert

Du hast Dich noch nicht beim BLOOOM Award by WARSTEINER beworben? Kein Problem – wir haben die Bewerbungsphase bis zum 15. August 2017 verlängert.
Bewirb Dich jetzt!

Wir freuen uns auf Deine Einreichung! Viel Glück!
26. Juli 2017

Die Jury steht fest!

Wir freuen uns, Euch die Jury des BLOOOM Award by WARSTEINER 2017 zu präsentieren:
  • Catharina Cramer, Schirmherrin und Geschäftsführende Gesellschafterin der Warsteiner Gruppe
  • Yasha Young, Direktorin und Kuratorin von URBAN NATION
  • Walter Gehlen, Co-Direktor und künstlerischer Leiter der ART DÜSSELDORF und BLOOOM
  • Prof. Dr. Stephan Berg, Leiter des Kunstmuseum Bonn
  • Alain Bieber, Direktor des NRW-Forum
  • Uwe Flade, Musikvideo-Regisseur
Schaut Euch hier die Jurymitglieder im Detail an!
24. Mai 2017

Matthias Danberg im NRW Forum

© BLOOOM Award by WARSTEINER
Matthias Danberg, Gewinner des BLOOOM Award by WARSTEINER 2016. präsentiert seine Videokunst auf der Virtual-Reality-Ausstellung UNREAL im NRW Forum in Düsseldorf bis zum 30. Juli.

Auf der heutigen Preview, hat sein Mentor Walter Gehlen ihn besucht!

Nutze auch Du Deine Chance und bewirb Dich jetzt!
12. Mai 2017

Stephanie Lüning in Ohio, USA

© Stephanie Lüning
© Stephanie Lüning
© Stephanie Lüning
© Stephanie Lüning
I dream in color! Stephanie Lüning, Gewinnerin des zweiten Platzes des BLOOOM Award by WARSTEINER 2014, stellte im März 2017 in der Hammond Harkins Galleries in Columbus, Ohio, USA aus – zusammen mit Alteronce Gumby.

Lüning’s Installationen beinhalten die Transformation von Flüssigkeiten, die sich langsam zu farbenprächtigen, urweltlichen Wirbeln verwirklichen – und damit mit der Zeit, dem Zufall und den atmosphärischen Umständen spielen.

Nutze auch Deine Chance und bewirb Dich für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2017!
25. April 2017

Cock, Cock... Who's There?

© Münchner Volkstheater
„Cock, Cock... Who's There?" - Die erschütternde und berührende dokumentarische Performance von Samira Elagoz, Gewinnerin des BLOOOM Award by WARSTEINER 2014, taucht den Zuschauer in die Reise einer jungen Frau zwischen Intimität, dem Ausdruck ihrer Sexualität und Gewalt.
Wenn Ihr am 7. Mai in München seid, schaut Euch Samira’s Performance im Münchner Volkstheater an (auf englischer Sprache)!
21. April 2017

Liat Livni auf der Art Basel Hong Kong

© Walter Gehlen
Liat Livni, Gewinnerin des BLOOOM Award by WARSTEINER 2015, besuchte eine der einflussreichsten internationalen Kunstmessen der Welt - Art Basel Hong Kong - zusammen mit ihrem Mentor Walter Gehlen. Ihr Gewinnerpeis!

Der Gewinner aus diesem Jahr darf sich auch auf eine Reise zur Art Basel in Miami Beach oder Hong Kong freuen. Nutze Deine Chance!
© Walter Gehlen
© Walter Gehlen
7. April 2017

Rahel Zaugg auf der Art Paris Art Fair

© Rahel Zaugg
© Rahel Zaugg
© Rahel Zaugg
Rahel Zaugg, Zweitplatzierte des BLOOOM Award by WARSTEINER 2016, und ihre Begleitung hatten eine tolle Zeit in Paris auf der diesjährigen Art Paris Art Fair. Nachdem sie ihre Arbeit "Liberator - parts of defence" auf der BLOOOM im Oktober 2016 präsentiert hatte, darf sich Rahel als Teil ihres Preises außerdem darauf freuen, in einer ausgewählten renommierten Galerie ausstellen zu dürfen.
30. März 2017

Neue Kategorie in 2017: Musikvideo

Zum ersten Mal 2017 könnt Ihr Euch mit Eurem Musikvideo beim BLOOOM Award by WARSTEINER bewerben! In dieser Kategorie wird ein Sonderpreis verliehen. Ein Experte wird speziell für diese Kategorie die Jury unterstützen - wer das sein wird, erfahrt Ihr schon bald hier!
28. März 2017

DAS WAR DER BLOOOM AWARD BY WARSTEINER 2016

Für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2017 erreichten uns über 2.000 Bewerbungen aus 84 Ländern - ein tolles Ergebnis und neuer Rekord!
© Warsteiner
27. Oktober 2016

MATTHIAS DANBERG GEWINNT DEN BLOOOM AWARD BY WARSTEINER 2016

Matthias Danberg aus Deutschland setzte sich mit seiner Video-Arbeit Sculptures gegen über 2.000 Bewerbungen aus 84 Ländern durch und sicherte sich damit den ersten Platz des BLOOOM Award by WARSTEINER 2016.
Video
Länge: 17:40 min
Motive, die zwischen einer transhumanistischen Science-Fiktion-Erzählung und der reinen Präsentation skulputuraler Arbeiten schwanken, sieht man in der Videoarbeit von Matthias Danberg.
Dabei wagt der Künstler den Versuch, klassisch antike, kubistische und architektonische Gestaltungsformen mit der gegenwärtigen Formsprache des Science-Fiction-Genres zu kreuzen.
Femke Huurdeman, Rahel Zaugg, Matthias Danberg (v.l.n.r.)
Auf dem zweiten Platz landete Rahel Zaugg aus Deutschland mit ihrer Arbeit Liberator - parts of defence. Der dritte Platz ging an Femke Huurdeman aus den NIederlanden mit ihrem Video Pippin and the Pursuits of Life.

Werft hier noch einmal einen Blick auf die Arbeiten der Gewinner und der gesamten Top 10 und lest, was die Künstler uns im Interview Spannendes erzählten!
21. Oktober 2016

Im Interview:
Der Finalist Martin Reiche

„Shell Performance“ ist eine Softwarekunst-Installation, in der drei auf einer Elektroschrotthalde in Ghana gefundene Festplatten mit persönlichen Daten verarbeitet sind. Der deutsche Künstler Martin Reiche erzählt uns im Interview, wie er damit die Datenintegrität und Privatsphäre in unserer heutigen Konsumgesellschaft in Frage stellt.
Kurz und knapp: Worum geht es in Deiner Arbeit „Shell Performance“?

„Shell Performance“ ist eine Softwarekunst-Installation – eine Art Collage eines digitalen Lebens, wobei die zugrundeliegenden Daten von Festplatten stammen, die auf einer Elektroschrotthalde in Ghana gefunden wurden. Auf den Festplatten finden sich große Mengen an privaten Dokumenten und Fotos, Popmusik sowie pornografische Bilder und Videos (größtenteils aus Mainstream-Produktionen). Die Arbeit greift nun diese Daten auf und entwickelt daraus eine sich stetig verändernde, abstrakte digitale Collage.
Was inspiriert Dich bei Deinen Arbeiten? Und was hat Dich speziell bei Deiner Arbeit „Shell Performance” inspiriert?

Ich finde es spannend, wie die Beziehung von Mensch und Technologie (und damit unweigerlich auch zwischen Mensch und Mensch) durch den ständigen technologischen Fortschritt beeinflusst wird. Dabei konzentriere ich mich auf Technologien, die ich als besonders kritisch einstufe: Funktechnologie, Netzwerke, Software. All diesen ist gemein, dass sie neue Räume entfalten können, die wieder Potenzial für künstlerisches Schaffen bieten. Außerdem fallen alle drei in den Bereich der “kritischen Infrastruktur”, es handelt sich also um Technologien, deren Ausfall systemische Folgen in der realen Welt hat.
Bei „Shell Performance“ sieht man dies aus einem ganz anderen Blickwinkel: Die Arbeit spielt mit den privaten Daten von unbekannten natürlichen Personen, die keinerlei Einwilligung dazu gegeben haben, Teil einer künstlerischen Produktion zu werden. Ihre technologischen Fußabdrücke, also die Restdaten auf den von ihnen gebrauchten Festplatten, sind es aber, die zum Rohstoff für die Installation werden. Es wird also der Umgang mit Speichertechnologien bzw. mit digitalen Technologien im Allgemeinen hinterfragt. Dieses fast schon archäologische, in jedem Fall aber forensische Vorgehen war bei dieser Arbeit mein besonderes Augenmerk.

Was war das Highlight Deiner bisherigen Künstlerkarriere?

Das ist pauschal schwierig zu beantworten. Ich habe die Ehre gehabt, mit einigen hervorragenden Künstlern zusammenzuarbeiten und an einigen großartigen Ausstellungen weltweit teilzunehmen. Eine besonders prägende Zeit war aber sicherlich meine Residenz in Sao Paulo, Brasilien im Sommer 2015.

Welche Dinge sind für Dich bei Deiner Arbeit unverzichtbar?

Da ich mich in den Genres Installation, Skulptur, Softwarekunst und Videokunst bewege, ist diese Frage pauschal auch schwierig zu beantworten. Sicherlich ist der Laptop das einzige wirklich unverzichtbare Instrument.

Warum hast Du Dich entschieden, Dich für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 zu bewerben? Wieso hast Du genau diese Arbeit dafür ausgewählt?

Ich selbst verstehe mich als Medienkünstler, habe allerdings in den letzten Jahren an mehr und mehr Ausstellungen im Bereich der bildenden Künste teilgenommen. Es ist mir wichtig, diese Brücke zu schlagen und die Medienkunst in all ihren Facetten stärker im Kontext der klassischen bildenden Künste unterzubringen.

20. Oktober 2016

Im Interview:
Die Finalistin Xanthe Somers

In Ihrer Arbeit „Don’t bite the hand that feeds you, or maybe you should” reflektiert die Künstlerin Xanthe Somers über die politische Lage ihrer Heimat Zimbabwe. Lest hier über die Idole und Ziele der Künstlerin, die mittlerweile in London lebt und arbeitet.
Was ist die Aussage hinter Deiner Arbeit ,,Don’t bite the hand that feeds you, or maybe you should”?

Die Unabhängigkeitsrede von Mugabe aus dem Jahr 1980 war voller Versprechen und voller Hoffnung, die einst eine ganze Nation erfüllten aber nun nicht mehr als leere Worte sind. Zimbabwe war einmal die Kornkammer Afrikas, mit einer florierenden Maiswirtschaft. Heute ist das Land eines der ärmsten und von Hunger geprägt. Die Wörter der Rede sind in einem Haufen zusammengewürfelt. Dadurch werden sie unleserlich. Die Absicht dahinter ist ein Versuch, die Bedeutungslosigkeit und die Lügen der Rede zu visualisieren und zu quantifizieren und die Hungernot, die Armut und den wirtschaftlichen Niedergang darzustellen, die durch einen einzelnen Mann in eine Nation gebracht wurden.
Wenn Du persönlich zu Herrn Mugabe sprechen könntest, was würdest Du ihm sagen wollen?

Ich würde ihm sagen, dass es Zeit für eine Veränderung ist.

Was sind Deine Ziele für Deine künstlerische Karriere?

Mein Ziel ist es, als Künstler große Projekte zu realisieren, die Veränderungen voranbringen und zum Denken anregen.
Hast du ein Idol? Falls ja, wen?
Ich habe nicht eine einzelne Person als Idol. Ich bewundere meine Familie, Künstler, Aktivisten, Autoren wie zum Bespiel Ai Weiwei, William Kentridge, Bernard Takawira (ein Bildhauer von Shona-Skulpturen), Menschen, die mutig genug waren, Veränderungen in Zimbabwe zu ermöglichen, Pasto Evans.

Welche Dinge sind für Dich bei Deiner Arbeit unverzichtbar?

Inspiration ist unverzichtbar für mich, mehr als einzelne Dinge. Fundsachen, Literatur, Zimbabwe und meine Vergangenheit sind alles wesentliche Dinge in der Entstehung meiner Geschichte.

Warum hast Du Dich entschieden, Dich für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 zu bewerben?

Ich habe mich beworben, weil ich glaube, dass mir damit Möglichkeiten und eine Sichtbarkeit als Künstlerin eröffnet werden könnten.



18. Oktober 2016

Im Interview:
Der Finalist Tadao Cern

  • Tadao Cern

Für Tadao Cern aus Lithauen liegt die Genialität in der Einfachheit. Mit seinen „Black Balloons“ hat er es unter die Top 10 des BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 geschafft. Lest hier, was ihn zu dieser Installation inspiriert hat und was er als Künstler noch erreichen will.
Warum hast du dich dazu entschieden, mit schwarzen Ballons zu arbeiten?

Ich bin jeden Tag in meinem Atelier, wo mein kreativer Prozess einem Spiel gleicht. Alles, was ich erschaffe, entsteht durch Neugier. So war das auch mit meinem Projekt „Black Balloons”.
Schon ziemlich lange hatte ich die Idee, zwei Ballons miteinander zu verbinden. Ich habe neben all den anderen Projekten eine freie Minute gefunden, zwei Ballons gekauft und war überwältigt vom Ergebnis. Es war so einfach und magisch zugleich! Dieser Gegensatz, der durch zwei so einfache und spielerische Objekte entstanden ist, hat in mir wieder diese einzigartige, kindliche Entdeckungslust geweckt.
Das Experiment offenbart sehr viel und je länger man es betrachtet, desto klarer wird: In der Einfachheit liegt die Genialität.
Für den ersten Versuch habe ich nur zwei Ballons und zwei verschiedene Gase verwendet: Helium und Schwefelhexafluorid – ein leichtes und ein schweres Gas. Später habe ich dann daran gearbeitet herauszufinden, wie die Ballons in der Mitte eines Tanks aus Glas treiben können, ohne sie mit irgendetwas zu verbinden.
Wie lange hat es gedauert, bis du die richtige Menge Gas bestimmt hattest, die die Ballons so schweben lässt, wie du es willst?

Da der Großteil der Komposition aus auf dem Boden liegenden Ballons besteht, gibt es an dieser Stelle gar keine Möglichkeit, einen Fehler zu machen. Man füllt einen Ballon mit Helium und dann den anderen mit schwereren Gasen. Das war’s! Die Komposition bleibt am Boden, weil der schwerere Ballon als Anker dient.
Ein bisschen komplizierter war zu erreichen, dass die Ballons in der Mitte des Glastankes schweben. Ich musste Helium und einfache Luft benutzen, damit die beiden verbundenen Ballons hochstiegen. Dann deponiert man sie in dem Glastank und fügt Helium dazu, bis die Ballons auf die gewünschte Höhe absinken.

Während Deiner Versuche hast Du mit verschiedenen Kombinationen in Bezug auf die Anzahl und den Abstand zwischen den Ballons experimentiert. Wie hast Du Dich für die Version entschieden, mit der Du Dich beim BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 beworben hast?
Ich konnte nur eine Komposition auswählen, deswegen habe ich mich für die einfachste und ansprechendste entschieden. Mit einem Kubus kann man nichts falsch machen. Übrigens war diese Version auch die, die in sozialen Netzwerken, in Magazinen etc. am besten ankam.

Was war das Highlight Deiner bisherigen Künstlerkarriere?

Oh, die ganz großen Highlights warten noch auf mich.

Was sind Deine Ziele in Deiner Karriere als Künstler?

Ich will als einer der größten Künstler in Erinnerung bleiben, der die Kunst nicht nur um der Kunst selbst macht, sondern sie eher als Instrument benutzt, um wichtigere Themen anzusprechen. Letztendlich will ich jemand sein, dessen Handlungen von Bedeutung gewesen sind und der die Welt positiv verändert hat.

Welche Dinge sind für Dich bei Deiner Arbeit unverzichtbar?

Es gibt keine. Ich habe Projekte mit meiner Kamera, mit Pinseln und Leinwänden gemacht, mit Alltagsgegenständen usw. … ich könnte sagen, dass die meisten meiner Projekte in meinem Atelier entstanden sind, also ist das vielleicht, was mich am meisten inspiriert.
16. Oktober 2016

Im Interview:
Die Finalistin Rahel Zaugg

Aus einer ‚Schusswaffe‘ wurde eine ‚Schutzwaffe‘: Mit ihrer Skulptur „Liberator – parts of defence“ hat die Schweizer Künstlerin Rahel Zaugg die Jury des BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 überzeugt und es so unter die zehn Finalisten geschafft. Ihre mithilfe eines 3D-Druckers hergestellte Arbeit besteht aus Teilen einer funktionsfähigen Liberatorpistole, deren Baupläne 2013 frei im Internet zugänglich waren. Sie thematisiert damit den schmalen Grad zwischen Angriff und Verteidigung. Im Interview erzählt uns Rahel, was sie in ihrer Arbeit als Künstlerin bestärkt.
Was hat Dich bei Deiner Arbeit inspiriert?

Die tiefen Abgründe des Internets, in dem gefühlt alles verfügbar ist und ein 3D-Drucker.

Welche Emotionen löst Deine Arbeit bei dem Betrachter aus?

Das möchte ich jedem Betrachter selbst überlassen
Welche Dinge sind für Dich bei Deiner Arbeit unverzichtbar?

Auf meine allgemeine Arbeitsweise bezogen: Ich brauche einen Ort wo sich Werkzeuge und Materialien versammeln, die im Falle eines Geistesblitzes sofort zur Verfügung stehen und für meine Experimente herhalten. Ich muss immer alles anfassen und ausprobieren. Deshalb könnte ich ohne mein Atelier als Raum für Ideen und Versuche unmöglich arbeiten. Für die Arbeit „Liberator – parts of defence“ habe ich allerdings verhältnismäßig wenig Materialien verwendet.

Atelier

Laptop

3D Drucker

Nägel, Dichlormethan und die gedruckten Teile

Schleifpapier
Was war das Highlight Deiner bisherigen Künstlerkarriere?

Dass ich hier ausstellen darf, sehe ich als großes Kompliment und als Highlight meiner bisherigen Karriere. Kleine Highlights sind immer wieder, wenn sich jemand für meine Arbeit begeistert. Bei Kommentaren wie „die Arbeit ist gut” oder „potzblitz, ist das aber toll”, geht mir das Herz auf und ich fühle mich in meinem Arbeiten bestärkt.

Welche Wünsche hast Du für Deine Künstlerkarriere?

Mich immer wieder selbst überraschen, so viel wie möglich zu arbeiten, Begeisterungsstürme verursachen.
13. Oktober 2016

Im Interview:
Der Finalist Matthias Danberg

Moderne Technik, antike Figuren, kubistische Formen: In Matthias Danbergs Video „Sculptures“ taucht der Zuschauer in eine völlig neue, faszinierende Welt ein. Im Interview erzählt uns der deutsche Künstler, was ihn bei seiner Arbeit inspiriert und warum er sich beim BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 beworben hat.
Kurz und knapp: Worum geht es in Deiner Arbeit „Sculptures“?

Die 3D-Animation „Sculptures“ (2015-2016) gibt den Blick in eine menschenleere, vielleicht transhumanistische Welt frei. Die Akteure – jeweils Kombinationen aus Technik und Fragmenten kultureller Errungenschaften – begeben sich dabei in eine Interaktion, von der nicht ganz klar ist, ob es sich dabei um einen Konflikt oder einen Informationsaustausch handelt.
Warum zeigst Du besonders Skulpturen, die an die klassische Antike und an den Kubismus angelehnt sind? Warum hast Du diese Epochen ausgewählt?

Mir scheint es, als wären die wichtigsten bildnerischen Probleme mit dem Auslaufen der Moderne abgehandelt. Die bereitgestellten Lösungen lassen sich jetzt wunderbar in die Kunst einbinden. Die klassische Antike, kubistische Köpfe oder technologische Skulptur – sie alle bilden also Ideenräume ab, die ich zu meinem Material mache. In „Sculptures“ brauchte ich für einige Charaktere Motive des Aufbruchs, des Fortschrittes. Die Antike, der Kubismus, Technik – sie liefern, was ich brauchte, sind aber in ihrer individuellen Ausprägung sehr fein ausdifferenziert.

Was hat Dich zur Arbeit inspiriert?

Ich habe immer irgendetwas gezeichnet, gemalt und irgendwann habe ich angefangen, Animationen zu machen. Inspiration als Funke des Beginnens hat da keine Rolle gespielt. Meine Arbeit erwächst eher aus einem Modus Operandi, der immer läuft und manchmal etwas Brauchbares abwirft.
Welche Emotionen werden bei den Betrachtern bei deiner Arbeit hervorrufen?

Ich glaube, der Film legt verschiedene Spuren. Einerseits bewegt er sich auf einem hohen monumentalen Niveau, andererseits kippt das Ganze dann ins Amüsante. Die Reaktionen werden entsprechend ambivalent sein.

Welche Dinge sind für Dich bei Deiner Arbeit unverzichtbar?

Die Computerprogramme mit denen ich meine Filme mache. Ich habe eine fast peinliche emotionale Bindung zu einigen dieser Programme aufgebaut.

Warum hast Du Dich entschieden, Dich für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 zu bewerben?

Mir gefiel die Haltung hinter dem Bewerbungsformular auf der entsprechenden Internetseite. Keine lästige Mappe, die man Drucken musste. Keine DVD, die man brennen sollte. Keine komischen Anforderungen an veraltete Formate. Die Anmeldung des BLOOOM Award verwirklichte den Anspruch des Progressiven, den der BLOOOM Award sich selbst gegeben hatte. Das klingt zunächst vielleicht banal, ist es aber nicht, wenn man mal länger drüber nachdenkt.

12. Oktober 2016

Im Interview:
Die Finalistin Angelika Wischermann

Tagelang legt sich Angelika Wischermann aus Österreich für ihre Arbeit „recht schön gelegen“ auf Gras. Was für die Künstlerin bei einer Performance im Vordergrund steht und wie die Liebe zu Bier sie zu ihrer Einreichung für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 gebracht hat, lest Ihr hier.
Was inspiriert Dich bei deinen Arbeiten? Und was hat dich speziell bei deiner Arbeit „recht schön gelegen” inspiriert?

Seit Jahren bin ich Performance-Künstlerin, doch eines hat mich immer sehr gestört: der Ereignischarakter und der theatralische Moment, der einer Live-Performance bei einer Vernissage innewohnt. Viele Versuche habe ich unternommen um diesen Moment auszuschließen, um meine Performances in der Ruhe aufzuführen, die sie meiner Meinung nach brauchen.
Für mich stand schon immer die Handlung im Vordergrund und nicht mein eigener Körper. Und so fragte ich mich mehr und mehr ob es nicht auch eine Art von Performance-Kunst geben kann, aus der mein eigener Körper – ja sogar jeder menschliche Körper – ausgeschlossen ist. Wie aber ist es möglich den Körper auszuschließen während weiterhin die Handlung im Vordergrund steht? Ist es möglich Handlungen in Objekte einzuschreiben, so dass diese anstelle des Körpers von den Handlungen berichten? Meine Performances beschäftigten sich ohnehin mit sehr lang andauernden Handlungen, welche für dieses Vorhaben besonders geeignet sind. So spielt der Körper zwar für die Erstellung des Werks weiterhin eine wichtige Rolle, im Werk selbst ist er aber nicht mehr sichtbar.
Was war das Highlight Deiner bisherigen Künstlerkarriere?

Ich finde es schwer von Highlight zu sprechen da es, seit ich Kunst mache, viele Dinge gab, die schön und wichtig für mich waren. Ausstellungen bieten die Möglichkeit, meine Arbeiten zu zeigen und mit dem Publikum in Interaktion zu treten. Ob es sich um Off-Space, Museum oder Kunstmesse handelt ist für mich zweitrangig, denn jeder dieser Orte hat seine Vorzüge und kann unterschiedlich bespielt werden. Stipendien und Ankäufe hingegen ermöglichen es sich zumindest für einige Zeit ohne finanzielle Sorgen voll und ganz auf die eigene Kunst konzentrieren zu können.

Welche Dinge sind für Dich bei Deiner Arbeit unverzichtbar?

Es gibt in meiner Arbeit wiederkehrende Materialien wie Wasser, Luft, Schnur und vor allem meinen eigenen Körper. Wesentlich ist aber auch, dass Freunde und Familie mir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ohne ihre Hilfe wären viele meiner Projekte gar nicht umsetzbar gewesen.
Warum hast Du Dich entschieden, Dich für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 zu bewerben? Wie hast Du genau diese Arbeit dafür ausgewählt?

Schon seit meiner Jugend trinke ich sehr gerne Bier, ich würde es sogar wagen zu behaupten, dass es nur wenige Menschen gibt, die Bier so sehr lieben wie ich. Als ich vor drei Jahren erstmalig auf den Award aufmerksam wurde, konnte ich natürlich nicht widerstehen mitzumachen. Umso mehr freu ich mich jetzt – denn alle guten Dinge sind schließlich drei – bei der BLOOOM ausstellen zu dürfen.
Viele der von mir verzehrten Biere habe ich im Park, auf einer Wiese sitzend oder liegend zu mir genommen. Dieser entspannte Zeitvertreib hat mir immer große Freude bereitet. Und so lag es für mich auf der Hand die Arbeit „recht schön gelegen“ für den BLOOOM Award einzureichen.
7. Oktober 2016

Im Interview:
Der Finalist Marco Sanna

Hunderte Lichtschalter zum Musizieren? Der „Wir klicken – Lichtschalter Sound Cube“ von Marco Sanna aus Deutschland hat die Jury des BLOOOM Award by Warsteiner überzeugt: Der Kubus wird auf der BLOOOM – the converging art show ausgestellt. Erfahrt hier von Marco selbst, wie das Kunstwerk entstanden ist.
Was inspiriert Dich bei Deinen Arbeiten? Und was hat Dich speziell bei Deiner Arbeit “Wir klicken - Lichtschalter Sound Cube” inspiriert?

Mich inspirieren in erster Linie Objekte und Produkte mit ihren individuellen Geräuschen und Wirkungen auf ihr Umfeld. So beschäftige ich mich innerhalb meiner Arbeit mit Objekten und deren Kommunikationsmöglichkeiten. Mein Ziel ist es, diese in eine neue Form zu überführen. Dazu arbeite ich - auf der Ebene des Klanges - oftmals mit Geräuschen, die anderen Kontexten entstammen und ein Objekt poetisch aufzuladen vermögen. Auf der Ebene der Form geht die größte Inspiration von alltäglichen Industriegegenständen aus, wie sie sich beispielsweise in Baumärkten, aber auch in Spielzeugläden und Fabrikhallen finden lassen. Obwohl wir sie täglich nutzen, bleiben sie zumeist unterhalb unserer Wahrnehmungsschwelle.
Ein schlichter Lichtschalter an sich trägt noch keine Bedeutung, ist aber - als einfache Möglichkeit etwas zu aktivieren - bedeutsam und wurde so zur Ausgangsbasis des Lichtschalterkubus. Diese simple Funktion ermöglicht, im Zusammenspiel mit Klängen,
eine nahezu unendliche Vielzahl an Möglichkeiten. Dieser Kontrast fasziniert mich noch heute.

Welche vier verschiedenen Soundthemen sind in dem Cube hinterlegt? Und warum gerade diese?

Der Kubus ist eine Art modernes Musikinstrument, das noch niemand zu spielen gelernt hat; es konnte mir nicht darum gehen, den Klang älterer Instrumente zu imitieren. Ein Spieler erhält zwar zuerst den Anschein mit Klängen musizieren zu können. Doch transformiert sich der Klangcharakter schnell.
Die Dimensionen des Kubus sind für ein Instrument recht groß, daher wollte ich den Spieler überraschen und die Räumlichkeit klanglich ebenso betonen. Die Klänge sind daher vor allem die Geräusche von Schritten und dem Schlagen von Türen, wodurch der Eindruck entsteht, dass innerhalb des Cubes Menschen laufen würden.
Daneben gibt es zahlreiche, in unterschiedlicher Schnelligkeit aufgenommene, Klickgeräusche, die das Geräusch der Lichtschalter aufgreifen: Der Spieler klickt also mit den realen Schaltern und die aufgenommenen Klickgeräusche antworten ihm in verändertem Takt.
Und nicht zuletzt sollte das Instrument selbst zum benutzenden Musiker sprechen - um ihm damit möglicherweise ein Schmunzeln zu entlocken.
Welche Herausforderungen gab es bei dieser Arbeit?

In organisatorischer Hinsicht war die Besorgung einer solch großen Menge an Lichtschaltern sicherlich eine Herausforderung. Glücklicherweise konnte ich die Firma Jung für ein Sponsoring gewinnen. Deutlich anspruchsvoller jedoch war der technische Aspekt: Schließlich muss jeder der 180 Lichtschalter einzeln angesteuert und mit bestimmten Sounddateien belegt werden; dazu waren nicht nur detaillierte Pläne, sondern auch eine Menge Fingerspitzengefühl und Geduld nötig.

Welche Dinge sind für Dich bei Deiner Arbeit unverzichtbar?

Ein Tonaufnahmegerät ist essentiell für meine Arbeit geworden. Um die Authentizität von Objekten zu bewahren und somit deren Klang und meinem Stil treu zu bleiben, möchte ich mich nicht online bedienen. Für die Soundkomposition selbst bietet eine spezielle Software für mich den idealen Rahmen. Sie bietet viel Freiheit und lenkt nicht mit vorgefertigten Soundthemen oder Parametern ab. Es bleibt also viel Pures erhalten. Eine Menge Kabel und Elektrik hauchen den Objekten Lebensenergie ein.

Ideen Skizzenbuch

Rendering Programm

Soundrecording und Schnitt

Kabel für Löten

Arbeitswerkzeuge

Lautsprecher
Warum hast Du Dich entschieden, Dich für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 zu bewerben?

Nachdem ich einige Jahre in Agenturen und Unternehmen als klassischer Grafik Designer gearbeitet hatte, folgte ich meinem inneren Ruf und nahm ein vollwertiges Studium zum Diplom Kommunikationsdesigner auf. Jetzt kurz nach Erhalt des Diploms liegt für mich nun die Freiheit in der Selbstständigkeit, deren Erfolg neben harter Arbeit und Durchhaltevermögen auch auf beruflichen Kontakten und Erfahrungsaustausch beruht. Mein Ziel ist es interdisziplinäre und interaktive Projekte zu realisieren.

Einen Mentor zu haben, an den ich mich wenden kann und der mich als Künstler auf meinem Weg unterstützt, ist dabei nicht nur beruhigend, sondern auch sehr hilfreich. Ich freue mich, dass der BLOOOM Award über die Dotierung heraus diese Möglichkeit bietet und habe mich daher entschlossen, mich hierauf zu bewerben.
6. Oktober 2016

Im Interview:
Die Finalistin Femke Huurdeman

Mit ihrer Abschlussarbeit „Pippin and the Pursuits of Life“, in der sie die farbenfrohe Gute-Nacht-Geschichte von Pippin erzählt, hat die Niederländerin Femke Huurdeman es bis unter die Finalisten des BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 geschafft. Woher sie bei ihrer Arbeit als Filmmacherin ihre Ideen nimmt, erzählt sie uns im Interview.
Warum hast du die Geschichte von Pippin für Deine Arbeit ausgewählt?

Ich habe die Geschichte nicht wirklich ausgewählt. Da ich sehr intuitiv arbeite, hat die Geschichte sich fast schon von selbst entwickelt. Während ich daran gearbeitet habe. Die Kollektion von Maaike Fransen hat mich inspiriert und außerdem benutze ich immer Elemente aus meiner eigenen Kindheit. Ich wollte eine absurde kleine Geschichte erzählen, um die Menschen vielleicht ein bisschen zum Lächeln zu bringen.

Was war das Highlight Deiner bisherigen Künstlerkarriere?

Ich habe ein paar Preise bei internationalen Fashion-Film-Festivals gewonnen, zum Beispiel beim Berlin Fashion Film Festival, beim Madrid Fashion Film Festival und beim Milan Fashion Film Festival. Das war für mich sowohl überraschend und etwas seltsam, aber auch irgendwie cool.

Was sind Deine Ziele in Deiner Karriere als Künstlerin?

Ich würde in den nächsten Jahren gerne bei einer internationalen Produktionsfirma tätig sein. Ich will genauso in der Werbung als auch im künstlerischen und experimentellen Bereich arbeiten. Die beiden Bereiche sollen sich gegenseitig beeinflussen können. In näherer Zukunft will ich ein Musikvideo machen und auch außerhalb der Niederlande reisen und dabei filmen.
Welche Dinge sind für Dich bei Deiner Arbeit unverzichtbar?

Eigentlich nur mein immer neugieriger Geist und die Welt um mich herum. Ich schreibe kaum Dinge auf, weil ich glaube, dass die besten Ideen so oder so in meinem Gedächtnis bleiben.

Wieso hast Du Dich dazu entschieden, Dich für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 zu bewerben?

Ein Freund von mir hat mir den Link dazu geschickt und meinte, dass meine Arbeit zu dem Award passen würde, also habe ich es mal versucht. Mir gefällt, dass Künstler aus verschiedenen Disziplinen teilnehmen können.
5. Oktober 2016

Im Interview:
Die Finalistin Liat Segal

Die israelische Künstlerin Liat Segal sieht die Welt mit anderen Augen: Ihr Informatik- und Biologiestudium beeinflusst sie in ihrer Wahrnehmung, was sich auch in ihrer Kunst äußert. Was sie mit ihrer „Attending Machine“ ausdrücken will, mit der sie sich beim BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 beworben hat, lest Ihr hier…
Was ist die Aussage hinter Deiner Arbeit “Attending Machine”?

„Attending Machine“ visualisiert für eine begrenzte Zeit Profilfotos von Facebook-Accounts. Die Teilnehmer haben online an der Veranstaltung „Donate your virtual identity to art“ teilgenommen und damit der Spende ihrer virtuellen Realität an die Kunst zugestimmt. Die Arbeit stellt die Funktionalität von Beziehungen und Intimität in der heutigen digitalisierten Welt in Frage. Facebook wird dabei als Daten liefernde Studie benutzt. Die Profilfotos der Teilnehmer werden bei meiner Installation zunächst ausgedruckt und verblassen mit der Zeit, sie halten also nicht ewig. Mit der Wahl ihrer Profilfotos haben sich die Teilnehmer entschieden, wie sie sich im sozialen Netzwerk präsentieren möchten. Nacheinander tauchen die Bilder auf und verblassen wieder.
Mit dem Druckvorgang wird jede individuelle Identität für einen Moment in der Masse präsent. Die Kurzlebigkeit der Bilder wirft Fragen auf: Was steckt hinter der Repräsentation der eigenen Identität im digitalen Zeitalter und warum versuchen wir so verzweifelt, in der Masse Aufmerksamkeit und „Likes“ zu sammeln? Sind wir bloß Daten im virtuellen Raum?
Was inspiriert Dich zu Deinen Arbeiten?

Mein wissenschaftlicher und technologischer Hintergrund beeinflusst mich stark in meinem Denken und meiner Inspiration. Ich habe Informatik und Biologie studiert und über soziale, textuelle und biologische Netzwerke geforscht. Oft sehe ich die Welt als eine Ansammlung von Informationen, mathematischer Darstellungen und biologischer Modelle. Heute zeigt sich das in meiner Kunst. Mich fasziniert, wie wir konsumieren, Informationen analysieren und wie diese Informationsströme sich auf unsere Ich-Identität, unsere Kommunikation, unser Gedächtnis, unsere Entscheidungen und unsere Intimität auswirken. Wie wir tagtäglich mit enormen Datenmengen konfrontiert werden und wie wir in diesen Informationsströmen flüchtige Details ausblenden können. Ich beobachte soziale und psychologische Veränderungen, die durch die Zunahme von online gestellten privaten Daten entstehen - Daten, die ständig von uns geliefert und dann gespeichert werden. Ich arbeite mit Technologien, die aus ihrem eigentlichen Kontext gerissen sind. Ein fertiges Kunstwerk besteht aus mehreren Dimensionen: Einer physischen Oberfläche, einem Triebwerk und Mechanik, Elektronik, Software und Daten. Das eigentliche Bauen der Maschinen ist für mich von großer Bedeutung. Ich habe das Gefühl, dass die technischen Entscheidungen, die ich beim Bauen treffe, sich genauso auf das künstlerische Endprodukt auswirken, wie die Pinselbewegung eines Malers auf seinem Bild.

Welche Dinge sind für Dich bei Deiner Arbeit unverzichtbar?

Mein Material ist die Technologie – ob traditionell und auf gewöhnliche Weise genutzt oder als „State of the Art“. Wenn ich jetzt spezielle Dinge auswählen müsste, würde ich neben Stift und Papier wohl meinen Laptop und die elektronischen Teile wählen, die ich am meisten benutze, wie Mikrocontroller, Sensoren, Motoren und die Liste würde immer weitergehen…
12. August 2016

Entries of the Week 2016 - Part 2

Während der Bewerbungsphase hat unsere Redaktion jede Woche aus allen eingereichten Bewerbungen, eine Arbeit in unseren sozialen Netzwerken als „Entry Of The Week“ vorgestellt.
Erfahre jetzt hie mehr über die ausgewählten Arbeiten und die Künstler/innen.

Hans Seidel

Die experimentelle Arbeit „Drawinglife“ des deutschen Künstlers Hans Seidl war einer unserer Entries of the Week. Sie ist eine Hommage an sein geliebtes Medium Malerei.
Der Künstler beschäftigt sich mit der Materie in einem Mikrokosmos, die autark scheint und sich wie eine wuchernde Zelle oder ein Geflecht verbreitet. Sie verändert sich, pulsiert, verschwindet und erscheint wieder. Bis sie sich schließlich in einem finalen Akt auflöst.

Wilber Aguilera Hechevarría

Der Künstler Wilber Aguilera Hechevarria bewarb sich für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 mit seiner faszinierenden Arbeit „The Secret“. Mit der Installation, die komplett aus Pappe besteht, reflektiert der Künstler über das menschliche Sozialverhalten, das er mit dem einer Tierherde vergleicht.

Johann Sturcz

© Johann Sturcz
Mit seiner Arbeit „Hyacinth turning blue“ bewarb sich Johann Sturcz für den BLOOOM Award by WARSTERINER 2016. In dieser befasst er sich mit digitalen Informationssystemen. Es geht um ihre Möglichkeiten im Bezug zum klassischen Tafelbild und die daraus resultierenden veränderten Wahrnehmungsstrukturen.

Erik Stehmann

© Erik Stehmann
Die Arbeit des niederländischen Künstlers Erik Stehmann besteht komplett aus Malpinseln: aus insgesamt 473 Stück, um genau zu sein. Unsere Redaktion war fasziniert von der spannenden Entstehungsgeschichte: Erik stand ursprünglich vor der Aufgabe diese zu verkaufen. Leider ohne Erfolg. So fing er an, die Pinsel auf seinem Atelierboden zu verteilen und anzuordnen bis sein Werk „Kwastkop“ entstand, unser Entry of the Week.

Meike Lohmann

© Meine Lohmann
„home sweet home“ ist das Werk von Meike Lohmann, eine Kombination aus Acrylmalerei und Stickerei. Letzteres sticht vor allem hervor, denn diese Ebene besitzt eine besondere Stofflichkeit. Die leuchtende und gleichzeitig samtigen Farben setzen Akzente in dem Bild. Sie füllen auf, erweitern die Leinwand nach vorne, bringen in mehrfacher Weise weitere Zeitebenen ins Bild.

Holger Küper

© Holger Küper
Der Künstler Holger Küper bewarb sich mit „Polarlicht“ für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2016. Die Arbeit ist in ständiger langsamer Bewegung. Der Polyester Stoff beschreibt dabei Wellenbewegungen, die an die Bewegungen des Polarlichtes erinnern.
24. Juni 2016

Entries of the Week 2016 - Teil 1

Jede Woche stellt unsere Redaktion aus allen eingereichten Bewerbungen, eine Arbeit in unseren sozialen Netzwerken als „Entry Of The Week“ vor.
Erfahre jetzt mehr über die ausgewählten Arbeiten und die Künstler/innen.

Francois Knoetze

© Francois Knoetze
Der südafrikanische Künstler Francois Knoetze entwickelt tragbare Skulpture, die vollständig aus Müll zusammengesetzt sind. Für den BLOOOM Award by WARSTEINER bewarb er sich mit der Arbeit "Cape Mongo“. Francois interpretiert den Müll unseres alltäglichen Lebens als Einheiten, die von unserem Umgang mit ihnen und den Erinnerungen, die hieraus resultieren, geprägt sind. Müll wird so nicht einfach entsorgt und verschwindet in die Bedeutungslosigkeit, sondern ezählt seine ganz eigene Story.

Oliver Bieräugel

© Oliver Bieräugel
Alle Arbeiten von Oliver Bieräugel sind aus Papier konstruiert. Für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 bewarb er sich mit seiner farbenfrohen Arbeit "shit is fucked". Sechs Donuts, zwei Becher und eine Donut-Kiste, alles aus Papier. Die Bedeutung für den Künstler ist eindeutig: Die Welt ist chaotisch und schrecklich, doch wir finden Zuflucht in Essen, Kunst aus bunter Pappe oder was auch immer.

Max Gehlofen

© Max Gehlofen
In seiner Arbeit "Endogener Versuch" verwendet der deutsche Künstler Max Gehlofen alte Holztüren, Metall und Platik und erschafft raumfüllende Installationen. Max reflektiert über den Dualismus der geistigen und körperlichen Welt, dem alle Menschen ausgesetzt sind.

Schau Dir hier einen Fernsehbeitrag zu Max' Arbeit an.

Dominik von Winterfeld

© Dominik von Winterfeld
  • 24 Stunden
  • 2,5 Minuten Intervall
  • 576 Einzelaufnahmen
So sieht es also aus, wenn man 24 Stunden in den Himmel schaut... Unsere Redaktion war fasziniert von Dominik von Winterfelds Chronofotographie und wählte "Sky above Berlin" als Entry of the Week aus.

Uwe Mertsch

© Uwe Mertsch
Der Künstler Uwe Mertsch hat sich mit seiner Skulptur "Cloud 7" für den BLOOOM Award by WARSTEINER beworben. Das Objekt besteht aus mehreren Glasscheiben, auf welche mit Acrylfarbe eine Wolke gemalt wurde. Er entsteht eine schwebende rosa Wolke, leicht und luftig, wie echte Wolken.

Kira Fröse

© Kira Fröse
"Ich muss das anfassen!", so beschriebt Kira Fröse ihre Motivation, Kunst zu machen. Durch eine enthusiastische Auseinandersetzung mit fließenden Formen und ganz unterschiedlichen Materialien, erschafft die Künstlerin in ihrer Arbeit "the straw that broke the camel's neck" haptische Erfahrungen für den Betrachter. Unserer Redaktion gefiel dieser Ansatz und sie wählte ihre Arbeit als Entry of the Week.

Robin Gerris

© Robin Gerris
Die Skulptur "Monolith (3)" des niederländischen Künstlers Robin Gerris erschafft eine faszinierende Auseinandersetzung mit der Bedeutung eines Bildes. Robin überträgt hier ein Bild mit Latextfarbe auf Betonklötze, die er selbst gegossen hat, und die durch zwei Zurrbänder zusammengehalten werden. So werden Bilder und Erinnerungen in seinen Kunstwerken zu physikalischen Gegenständen.
20. Juni 2016

"Ich hätte es nie für möglich gehalten, einmal meine Arbeiten in Taiwan zu zeigen"

2012 überzeugte die Düsseldorfer Künstlerin Johanna Flammer mit ihrer Arbeit "STOLO ON WHITE 4" die Jury des BLOOOM Award by WARSTEINER und die Besucher der Sonderausstellung. Ihr innovativer Ansatz, der Malerei mit Collage und Zeichnung verbindet, sicherte Johanna den ersten Platz.

Als Erstplatzierte wurde Johanna in ein einjähriges Mentorenprogramm mit Walter Gehlen, Jurymitglied und Co-Direktor und künstlerischer Leiter der ART.FAIR und BLOOOM, aufgenommen. Noch heute ergeben sich hierdurch für sie einzigartige Chancen: So hiess es zum Beispiel Anfang Mai "Auf nach Taiwan".

Johanna hatte die Möglichkeit, ihre Arbeiten in der Sonderschau „Made in Germany“ im Rahmen der FORMOSA 101 Art Fair in Taiwan zu präsentieren. Walter Gehlen kuratierte die Ausstellung und hat Johanna als eine von drei deutschen Künstlern ausgewählt. Nach dem Ende der Messe zeigte die taiwanesische Galerie Grand Siècle in Taipeh die Soloshow „SET OUT“ mit Arbeiten von Johanna.

In Johannas Gastbeitrag erfährst Du, was Dich nach einer Teilnahme beim BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 erwarten kann!

Als im Januar die Anfrage von Walter Gehlen kam, ob ich auf der Formosa 101 Art Fair in Taipeh ausstellen möchte, konnte ich einfach nicht nein sagen. Durch die Unterstützung meines Galeristen Michael Schultz wurde das Projekt schnell in Angriff genommen. Schließlich erhielt ich auch eine Einzelausstellung in der Galerie Grand Siècle in Taipeh.

Als meine Bilder dann auf die Reise gingen, wurde ich langsam nervös.
An der Eröffnung der Formosa 101 Art Fair Taipeh konnte ich leider nicht teilnehmen, aber ich wurde würdig von Walter und Michael Schultz vertreten und wurde per WhatsApp auf dem Laufenden gehalten.

Hier schon mal einen grooooßen Dank an alle Mitwirkenden, die den Aufbau und die Organisation hervorragend gemeistert haben!
Walter Gehlen und Johanna Flammer auf der FORMOSA 101 Art Fair.
© Johanna Flammer
© Johanna Flammer
© Johanna Flammer
© Johanna Flammer
Schließlich ging dann am 13. Mai auch endlich meine Reise los, so dass ich auch noch den letzten Messetag auf der FORMOSA 101 verbringen konnte. Durch das warme Klima in Taipeh war ich froh, den Tag über in der klimatisierten Messehalle zu verbringen, wo ich mir in Ruhe die Kojen der anderen Aussteller anschauen konnte.

Hier ergaben sich viele schöne Gespräche, Interviews und Begegnungen, mit einer sehr positive Resonanz auf meine Arbeiten.
Die nächsten Tage konnte ich mit meiner Freundin die Insel erkunden. Taiwan hat viele tolle Eindrücke bei uns hinterlassen. Besonders gefallen hat mir die Tarokko Schlucht, der Sun-Moon-Lake, die Nachtmärkte, die Tempel, ... und noch so vieles mehr.
Taiwan ist auf jeden Fall eine Reise wert!
Taroko Schlucht
© Johanna Flammer
Nachtmarkt
© Johanna Flammer
Am 20. Mai war es dann soweit und meine Ausstellung "SET OUT" wurde in der taiwanesischen Galerie Grand Siècle eröffnet. Auch dort war die Resonanz auf meine Arbeiten sehr gut und es ergaben sich auch hier einige interessante Gespräche mit den Besuchern.
Beendet wurde dieser tolle Abend mit einem taiwanesischen Abendessen welches vom Galeristen Richard Chang organisiert wurde. Hier möchte ich ebenso meinen Dank an die Mitarbeiter der Galerie aussprechen, die den Aufbau und die Planung vorbildlich umgesetzt, und sich rührend um uns gekümmert haben.
Vernissage "SET OUT"
Johanna Flammer und Galerist Richard Chang
© Johanna Flammer
Vernissage "SET OUT"
© Walter Gehlen
Vernissage "SET OUT"
© Walter Gehlen
Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ich einmal meine Arbeiten in Taiwan zeigen werde und bin sehr dankbar, dass das Team des BLOOOM Award by WARSTEINER und der ART.FAIR mir die Möglichkeit geben konnte, an diesem spannenden Projekt teilzuhaben!

Ich bin begeistert und die Reise hat sich vollkommen gelohnt ;)

Johanna
1. Juni 2016

Sie unterstützen die Jury 2016:

Neben Catharina Cramer, Yasha Young und Walter Gehlen unterstützen 2016 Joko Winterscheidt und Prof. Dr. Stephan Berg die Jury des BLOOOM Award by WARSTEINER.

Joko Winterscheidt

ProSieben-Moderator und Grimme-Preisträger

Der ProSieben-Moderator, Schauspieler und Kunstenthusiast wurde 2014 für seine Show „Circus HalliGalli“ mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Als profunder Kenner der Popkultur repräsentiert Winterscheidt die Werte des BLOOOM Award by WARSTEINER und unterstützte die Jury bereits zum dritten Mal mit seinem Wissen.

© Foto: ProSieben/Arne Weychardt

Prof. Dr. Stephan Berg

Leiter des Kunstmuseum Bonn

Der Intendant des Kunstmuseum Bonn ist ein ausgewiesener Experte für Kunst der Gegenwart, hat zahlreiche Aufsätze und Kataloge zu diesem Thema veröffentlicht und lehrt seit 2004 als Honorarprofessor an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Berg ist in diversen Vorständen und Kommissionen tätig, unter anderem in der Ankaufskommission für die Sammlung Zeitgenössische Kunst der Bundesrepublik Deutschland.

© Foto: Prof. Dr. Stephan Berg
22. April 2016

"Ein Trip der besonderen Art"

Im letzten Jahr begeisterten die Jungs von Kalypso mit Negua die Jury und mehr als 35.000 Besucher. Mit ihrer interaktiven Installation gewannen Alessandro de Matteis, Michael Baumann und Philipp Dreber den zweiten Platz beim BLOOOM Award by WARSTEINER und somit unter anderem eine Reise zur Art Paris Art Fair. In ihrem exklusiven Gastbeitrag berichten sie von inspirierender Kunst, Reisebegleitung durch ein prähistorisches Rüsseltier und spannenden Entwicklungen ihrer Künstlerkarrieren.

Lies hier, was Dich BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 erwarten kann!

Rausch durch die Kunstmetropole

Als Gewinner des BLOOOM Award by WARSTEINER waren wir eingeladen, zum Besuch der Art Paris Art Fair 2016 in die französischen Hauptstadt zu reisen.
© Emmanuel Nguyen Ngoc
© Kalypso
© Kalypso
© Kalypso
Kaum angekommen im Grand Palais, waren wir zuerst von der beeindruckenden Glaskuppel
überwältigt. Sodann haben wir uns im Sinnesrausch der Exponate natürlich direkt
erstmal verloren. Ist ja auch kein Wunder, jedes Mitglied des Kollektivs kommt schließlich aus
einer anderen künstlerischen Richtung und jeder folgt seinen spezifischen Interessen. Umso
spannender war es anschließend, sich gegenseitig die Favoriten zu zeigen und sich darüber
auszutauschen. Insofern war es extrem bereichernd, eine Kunstmesse mit sechs Augen zu
betrachten.
© Kalypso
© Kalypso
© Kalypso
© Kalypso
© Kalypso
© Kalypso
© Kalypso
© Kalypso
© Kalypso
Unser freundlicher Reisebegleiter auf die Art Paris war das prähistorische Rüsseltier Anadol.
Anadol hat uns erstklassige Kontakte besorgt, allen voran ein Wiedersehen mit dem Co-Direktor der ART.FAIR, Andreas Lohaus, mit dem wir uns ausgiebig über Dinosaurier und neue Projekte unterhalten haben, während Anadol sich mit einem Dinosaurier über uns unterhalten hat.
Anadol im Grand Palais
© Kalypso
Mit Andreas Lohaus
© Andreas Lohaus
Anadol traf einen weiteren Dino
© Kalypso
Kuratorin und Jurymitglied des BLOOOM Award by WARSTEINER, Yasha Young, setzt sich ja gerade stark dafür ein, dass NEGUA an prominenter Stelle seine Wiederaufnahme findet. Wir sind mal wieder ganz schön herausgefordert, aber vielleicht erfüllen wir uns damit den Wunsch, einmal die Nordlichter erleben zu können. [Anmerkung der Redaktion: Die geplante Ausstellung soll in Island stattfinden.] Parallel entwickelt Kalypso aktuell die Installation CARA, die sich mit den Traumwelten des Publikums beschäftigt. Wieder sind die Besucher aufgefordert, aktiv zu werden und mit uns zusammen die Symbiose einzugehen.

So inspirierend die Art Paris Art Fair für sich schon war; die ganze Stadt befindet sich gerade in einem spezifischen politischen Moment, der uns bei unseren Erkundungen nicht verborgen bleib. Während der langen Fahrten mit der Pariser Metro befragten wir immer wieder die Leute nach ihren Lieblingsorten. Auf dem Place de la République landeten wir mitten in einem sehr politischen Paris. Gleich neben den frischen Erinnerungen an die Attentate zu Füßen des Monuments sammelten sich hunderte Franzosen um Dauercamps und sangen, begleitet von einem improvisierten Blasorchester, bis in die Morgenstunden ihre Lieder.

Unterm letzten Pinselstrich

Wer drei Künstler zusammen auf eine internationale Kunstmesse schickt, darf damit rechnen, dass etwas mehr geschieht als ein netter Betriebsausflug. Vier tolle Tage erlebten wir in der eindrucksvollen französischen Metropole, in der unsere Zeit viel zu schnell verflog. Louvre, Centre Pompidou, den Eiffelturm besteigen, eine Tour auf der Seine – wir hätten Paris locker noch zwei weitere Wochen genießen können. Nicht erst auf dem Heimweg gerieten wir in einen ordentlichen Brainstorm und redeten uns die Köpfe heiß über das, was KALYPSO im Lauf der nächsten Zeit ins Feld führen wird.

Wir danken den Organisatoren eines Trips der besonderen Art, dem Universum und dem ganzen Rest!

Kalypso.rocks
© Kalypso
20. April 2016

BLOOOM Award by WARSTEINER goes Israel

IM LETZTEN JAHR konnte DIE ISRAELISCHE KÜNSTLERIN LIAT LIVNI sich DEN ersten Platz des BLOOOM AWARD BY WARSTEINER sichern. Damit gewann sie ein einjähriges Mentoring, in dem sie gemeinsam mit ihrem Mentor, Jurymitglied Walter Gehlen, die nächsten Schritte ihrer Karriere plant. Hierbei profitiert sie von seinen Kontakten und Erfahrungen.

Im Rahmen dieses Mentoring trafen sie sich nun in Liats Heimatstadt Tel Aviv, besuchten ihr Atelier und die Fresh Paint Art Fair. Hier wurden Arbeiten von Liat präsentiert und sie entdeckten gemeinsam die israelische Kunstszene.

Hier einige Impressionen des Treffens!

Liat Livni und Walter Gehlen in ihrem Atelier
© Walter Gehlen
Neue Arbeiten von Liat
© Walter Gehlen
Neue Arbeiten von Liat
© Walter Gehlen
Fresh Paint Art Fair in Tel Aviv
Arbeiten von Liat Livni auf der Fresh Paint Art Fair, Tel Aviv.
© Walter Gehlen

Willst auch du Teil eines exklusiven Mentoringprogramms werden?
Dann bewirb dich jetzt hier für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2016 und bring Deine Künstlerkarriere ins Rollen!

21. März 2016

Von Berlin über Tokio bis Miami und schließlich nach Havanna.

SAMIRA ELAGOZ, GEWINNERIN DES BLOOOM AWARD BY WARSTEINER 2014, BERICHTET IM GASTBEITRAG VON IHRER GEWINNERREISE ZUR ART BASEL MIAMI BEACH MIT JURYMITGLIED WALTER GEHLEN UND IHREN AKTUELLEN PROJEKTEN.

LIES HIER, WAS DICH BEIM BLOOOM AWARD BY WARSTEINER 2016 ERWARTET!

Bis zur Art Basel Miami Beach waren es noch drei Monate, als ich in Amsterdam abgereist bin. Miami sollte das Ende meiner Reise über Kontinente sein, erster Halt in Berlin, von dort aus nach Tokyo und danach einen Monat nach New York City. In Berlin habe ich Material für meine Arbeiten gesammelt, es in Tokyo geordnet, in New York bereits versucht, es Zuschauern zu präsentieren und in Miami wollte ich schließlich alle Aspekte zusammenbringen.

Als ich in Miami ankam, warteten Walter und Maribel [Hinweis der Redaktion: Maribel begleitete Samira und Walter bei ihrer Reise als Dolmetscherin.] bereits auf mich. Wir fuhren dann zu einem wirklich tollen Hotel, mein Zimmer war wunderschön und groß. Bilder von Beach Girls, Margaritas, Ferraris, Flamingos, Luxusyachten und Miami Vice strömten durch meinen Kopf.
© Walter Gehlen
Erst kürzlich wurde ich auf die Tatsache aufmerksam, wie das Internet feministische Kunst neu verwendet, und auch auf der Art Basel Miami Beach wurden viele Arbeiten der „4th wave Feministinnen“ und „hot girl Instagram“- Werke präsentiert. Auch wenn meine Arbeiten vorher bereits mit solchen Merkmalen beschrieben wurden, kategorisierten einige wichtige Persönlichkeiten in Miami meine Arbeiten gezielt der Bewegung des „4th wave Feminismus“ zugehörig. Es war interessant, meine Arbeiten unter diesen Aspekten zu sehen und zu untersuchen, wo die Gemeinsamkeiten liegen und wo meine Arbeiten sich von dieser Gruppe abgrenzen. Mir wurde klar, dass ich meine Arbeit in einem einzelnen Satz präsentieren muss, sie konkret und auf den Punkt beschreiben können muss, um hierdurch unsichtbare, aber dennoch spürbare Tiefe zu generieren. Eine Art verbale Visitenkarte.

Vor zwei Jahren war ich mir noch unsicher bezüglich meiner Arbeit oder meiner Fähigkeiten. Bescheiden beschrieb ich verschiedene Aspekte als Anfängerglück und dachte, mein erster Film sei lediglich ein Zufall. Aber seitdem habe ich meine Gedanken und Ansichten ungemein weiter entwickelt, ich schreibe Essays und Träumereien über meine Vision und mein Handwerk und entwickele somit meine Kunst als etwas, was tatsächlich meins ist. Während ich mich selbst besser verstehen lerne, weiß ich auch, was ich machen, zeigen und mit meinen Arbeiten erreichen möchte und ich freue mich sehr, diese Arbeiten mit der Welt zu teilen.
© Walter Gehlen
Meine Arbeit über das Kennenlernen fremder Personen, mit der ich den BLOOOM Award by WARSTEINER gewonnen habe, nutzt hauptsächlich Craigslist. Aber in NYC habe ich mit einem anderen Projekt angefangen, wobei ich Menschen über Tinder gecastet habe. Walter und Maribel halfen mir dabei, potentielle Teilnehmer auszuwählen – meine „Geschmacksberater“.

  • Hinweis der Redaktion: Samira gewann 2014 mit ihrer Arbeit “Four Kings” den BLOOOM Award by WARSTEINER. Die Dokumentation zeigt ihre Erfahrungen mit verschiedenen unbekannten Personen, die auf folgende Craigslist-Anzeige geantwortet hatten: “Ich bin ein 24-jähriges Mädchen, das einen kurzen Dokumentationsfilm macht. Ich bin auf der Suche nach Unbekannten. Das Konzept besteht daraus, dass ich Euch in Eurem Umfeld besuche und ich unser Kennenlernen filme. Es gibt keine besonderen Anweisungen. Wir schütteln Hände und die Kamera steht auf dem Tisch – bereit von uns genutzt zu werden. Schreib mir, wenn du mich treffen willst ☺”

Am letzten Tag in Miami verabredete ich mich mit einem Unbekannten. Walter und Maribel haben mich zu dem Hotel gefahren, in dem er arbeitete. Er nahm mich mit auf das Hoteldach und von dort aus hatten wir eine unglaubliche Aussicht. Ich musste eine Leiter dort hinauf klettern, was etwas gruselig war, aber er versprach mir, unten stehen zu bleiben und mich aufzufangen, sollte ich fallen. Um ein Gentleman zu sein versicherte er mir auch, dass er mir nicht unter den Rock gucken würde, während ich hochkletterte. Ich hatte mir ehrlich gesagt etwas Sorgen gemacht, ob er mich tatsächlich fangen würde. Wir schüttelten uns die Hände, tauschten einige Nettigkeiten und filmten dann für 20 Minuten unter der untergehenden Sonne.

  • Hinweis der Redaktion: Derzeit arbeitet Samira an einem Projekt, das intime Begegnungen mit unbekannten Personen darstellt, insbesondere Kussszenen. Ihre aktuelle Arbeit soll zeitnah in offiziellem Rahmen präsentiert werden.

Ich werde die pink-blauen Miami Neonlichter vermissen... So viele Logos und Photo Op Settings. Tolle Autos, extravagante Kleidung, heiße Frauen und mehr prätentiöser Unfug. Schön, wenn auch etwas fad. Ich fand es toll, für einen kurzen Moment Teil dieser Welt zu sein.

Nach dem Dreh sind wir zum Flughafen gerast. Begeistert, was Havanna uns tolles zu bieten haben würde. Oh yeah, Walter bringt mich nach Havanna!

Auf geht’s nach Kuba!

Tinder gibt es auf Kuba nicht, so sind wir zu dritt in eine Bar gefahren, um einen Darsteller für die nächste Szene zu finden. Praktischerweise spricht Maribel spanisch, denn ich kann mir nicht vorstellen, was die Männer gedacht hätten, wenn ich ihnen non-verbal versucht hätte mitzuteilen, dass wir zum Filmen an einen stillen Ort gehen sollten. Wie schon gesagt, gab Maribel mir auch wichtige Kommentare wie: „Nein, der nicht, der ist verrückt.“ Wir fanden einen Kandidaten und Walter fand ein tolles Set, ein wunderschöner Oldtimer in meiner Lieblingsfarbe, Seeschaum-Grün. Auf dem Weg zur Location fuhren wir mit dem Taxi am Strand entlang. Um uns herum war alles sehr heruntergekommen und lag in Ruinen. Und so fuhren wir in Havanna, Walter als Kameramann, Maribel als Rettungsleine und vertrauenswürdige Übersetzerin, und ich, verträumt und süß gegenüber einem fremden Jungen schauspielernd, unsicher, was genau passierte oder warum ich die Kontrolle habe.

Havanna fühlte sich für uns alle sehr aufregend an! Wir waren auf eine nervöse Art neugierig und die Atmosphäre war immer etwas verdächtig. Es herrschte ein seltsames Gefühl von ruhiger Paranoia, eine filmische Wahrnehmung, in einem heruntergekommenen Ort zu sein.
Es war eine unglaubliche Reise, ich habe viel über mich selbst und die Kunst, die ich machen möchte, gelernt und danke Walter sehr für seinen Scharfsinn und unabdingbaren Enthusiasmus, Maribel für ihren klaren Kopf und ihre stetige Gelassenheit in chaotischen Situationen und Reisenotfällen, und natürlich dem gesamten BLOOOM Award by WARSTEINER-Team, das diese Reise möglich gemacht hat. :)

Bis hoffentlich bald,
Xoxo, Samira
16. Dezember 2015

“Für mich bedeutet der Gewinn des BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 die Anerkennung der Kunstwelt meiner Arbeit und die Möglichkeit, meine Kunst einem neuen, globalen Publikum vorzustellen.“

Seitdem Liat Livni die Jury mit ihrer detaillierten Holzarbeit „Jerusalem Boulevard, Jaffa“ überzeugt hat und den ersten Platz des BLOOOM Award by WARSTEINER gewonnen hat, steht sie im Mittelpunkt aller Geschehnisse! Von Kunstverkäufen während der Sonderausstellung im Rahmen der BLOOOM – the converging art show, über Interviews mit Lifestyle-Blogs WeHeart und Highsnobiety, über neue Projekte ist die Zeit seit der Preisverleihung sehr spannend für Liat

Aber wer ist Liat, was inspiriert sie und was ist ihre Definition des Künstlerdaseins und was bedeutet es für sie persönlich, den BLOOOOM Award by WARSTEINER gewonnen zu haben? Erfahre all das jetzt in diesem besonderen Artikel!

Ihre Arbeit „Jerusalem Boulevard, Jaffa“ hat ihr den ersten Platz des BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 gesichert und stach aus einer Masse aus mehr als 1.500 Bewerbungen aus 75 Ländern heraus. Jetzt kann sich Liat auf ein einjähriges Mentoren-Programm mit Walter Gehlen, Jurymitglied und Direktor und künstlerischer Direktor der ART.FAIR und BLOOOM, und eine Reise zur Art Basel Miami Beach 2016 freuen.
Mit unglaublicher Aufmerksamkeit für Details hat die israelische Künstlerin ein detailreiches Kunstwerk aus 30 Furnierplatten geschaffen. Die Arbeit zeigt einen Teil des Jerusalem Boulevard in Jaffa aus drei verschiedenen Zeitperioden auf einmal. Die Vergangenheit wird durch das Zaki Khalaf Haus und die Palmen, die zur Einweihung des Boulevards gepflanzt wurden, dargestellt. Die Häuser der Nummern 1 und 11 stammen aus der heutigen Zeit, während die restaurierte Fassade eines Theaters die Zukunft andeutet. Die Skulptur besteht aus einer architektonisch anmutenden oberen Hälfte und einer abstrakten unteren Hälfte, in der das Holz wie Wurzeln einer ausgegrabenen Pflanze scheint.
Bei der Betrachtung der Arbeit kommt man nicht darum herum, die Geduld und handwerkliche Fertigkeit der Künstlerin zu bewundern, die nötig war, um die Skulptur fertigzustellen. Im Gespräch mit dem Lifestyle-Blog WeHeart gab Liat zu: „Ich bin sehr geduldig und ich glaube das ist eine gute Eigenschaft... nicht nur in der Produktion meiner Kunstwerke.“ Dennoch sollte körperliche Arbeit niemals der Hauptfokus der Kunst sein, so Liat. Kunst müsse immer auf eine tiefere Bedeutung innehalten, eine Botschaft dass ein ästhetisches Objekt in ein Kunstwerk verwandelt, welches den Betrachter berühren kann.

Wenn die Botschaft also einem jeden Kunstwerk inne liegt, was bedeutet es für Liat, ein Künstler zu sein? Für sie ist es nichts, was man bewusst wählt, sondern etwas, das immer ein Teil von einem ist und die Persönlichkeit als solches definiert: „Es ist etwas tief in dir, dem du nicht entfliehen kannst.“ (Liat im Interview mit dem Lifestyle-Blog Highsnobiety) Für Liat ist es eine Leidenschaft, die auch die Wahl ihres Studiums geprägt hat. Selbst, als sie versuchte, eine praktischere Kunstform, Modedesign, zu studieren, merkte sie schnell, dass sie hier nicht ihre wahre Leidenschaft finden würde und beendete so ihre Studien des Bachelor und Master der Bildenden Künste.
Liats Leidenschaft und innere Motivation für das Künstlerdasein haben sie in die Welt hinaus getragen. Sie hatte die Möglichkeit, in zahlreichen Artist in Residence-Programmen in den USA, Deutschland und Asien teilzunehmen.
Und nun hat sie den BLOOOM Award by WARSTEINER gewonnen… Auf die Frage, was der Gewinn des Awards für sie bedeutet antwortete Liat: „Für mich bedeutet er Anerkennung. Die Anerkennung der Kunstwelt meiner Arbeit und die Möglichkeit, meine Kunst einem neuen, globalen Publikum vorzustellen. Es gibt mir ebenfalls das Gefühl der Zufriedenheit und Bestätigung, dass der Weg, den ich gewählt habe, anerkannt wird.“ (Highsnobiety Interview).

Für Liat war die Preisverleihung erst der Anfang. Noch während den Tagen der Sonderausstellung konnte ihre Arbeit an einen privaten Kunstsammler verkauft werden, erzählt sie freudig. Und auch sonst sieht es gut für Liat aus. Sie freut sich auf eine einjährige Mentorenbegleitung, neue Verbindungen in der Kunstwelt und spannende neue Ausstellungen.
Mit all diesen aufregenden Entwicklungen, wollten wir von Liat wissen, wo sie selbst ihre Arbeiten in der Zukunft sehen möchte. Hierauf antwortete sie: „Hoffentlich in einem öffentlichen Raum wo viele Menschen meine Arbeit erleben können. Ich würde mich freuen, überrascht zu werden, wo dies sein wird.“ (WeHeart Interview)
Wir können es nicht erwarten, zu sehen, wohin Liats Karriere sie als nächstes bringen wird und freuen uns, sie dabei zu unterstützen!

“Ich bin sehr froh, dass Walter sich als Unterstützer meiner Arbeiten einsetzen wird."

Als Gewinner des dritten Platzes des diesjährigen BLOOOM Award by WARSTEINER hat Mark Swysen ein eintägiges Mentoring mit Walter Gehlen, Jurymitglied, Direktor und künstlerischen Direktor der ART.FAIR und BLOOOM, gewonnen.
Ende November trafen sich die beiden in Marks Studio in Antwerpen, Belgien und sprachen über seine Arbeiten, seine zukünftige Karriere und die Möglichkeiten, wie er sich in der Kunstwelt positionieren kann.

Im heutigen Gastbeitrag berichtet Mark über seinen Mentoring-Tag:

Am 25. November 2015 hat mich Walter Gehlen in meinem Studio in Antwerpen besucht. Ich war sehr froh zu sehen, dass er von meinen Arbeiten, die für ihn Neuentdeckungen waren, beeindruckt war. Nachdem wir uns meine Arbeiten, an denen ich gerade arbeite, genau angeschaut hatten, haben wir meine Kunst und Karriere besprochen und diskutiert, wie ich mich weiterentwickeln kann.
Walter hat den Inhalt meiner Arbeiten nie in Frage gestellt. Diese Themen sind immer das Herzstück der Identität eines Künstlers.
© Walter Gehlen
  • Über meine Arbeit:
Unsere Unterhaltung über die visuellen Aspekte und das Design meiner Kunst und die Auseinandersetzung mit Walters Wahrnehmung der Arbeiten haben mir geholfen, meine persönliche Sicht zu schärfen. Walter hat sich viel Mühe gegeben, verschiedene Aspekte zu strukturieren und alle Punkte in einem übergreifenden Diagramm zu skizzieren.

Vor allem hat er mich auf den Unterschied zwischen meinen Installationen auf einer Museums-Ebene und Arbeiten für Galeriepräsentationen aufmerksam gemacht. Für mich ist Kunst eine Möglichkeit, Ideen zu kommunizieren und diese Funktion erfüllt sie am besten im Kontext eines gesonderten Raumes oder eines Museums. Daher interessiere ich mich als Künstler hauptsächlich für große, raumgreifende Installationen, die teilweise aus „einfachen“, alltäglichen Materialien bestehen, die ich aus ihrem eigentlichen Kontext hebe, um ihnen einen neuen Sinn zu geben. Mir war bereits aufgefallen, dass die „Rohheit“ dieser Materialien einige Galeristen beunruhigt. Walter hat darauf hingewiesen, dass die meisten Galerien ausgefeilte Werke bevorzugen, die nicht viel Staub anziehen und wenige technische Bestandteile beinhalten, die eventuell zu einem späteren Zeitpunkt repariert werden müssen. Aus der Sicht eines Kunstverkäufers war sein Kommentar, dass einige meiner Arbeiten einfach zu groß für die meisten privaten Räumlichkeiten sind, offensichtlich.

Walter skizzierte diese zwei Aspekte als eine Balance, in der meine künstlerische Integrität, mit dem klaren Fokus auf das Einfache und die genaue Ausführung eines Konzepts, von der Wahl der Materialien bis zu ihre Formung, der alles verbindende Punkt ist.
Auf der einen Seite befinden sich die Arbeiten, die für eine Präsentation im Museum konzipiert sind. Sie könnten sogar noch größer und raumgreifender sein, als sie jetzt bereits sind: Ich denke hier an Größen bis 5 m² für einzelne Arbeiten oder vollkommen raumfüllende Installationen bis zu 200 m². SGleichzeitig aber auch immer intellektuell anspruchsvoll und im Hinblick auf den Inhalt sehr kühn. Auf der anderen Seite - ebenso wichtig für meine Integrität – sind die Arbeiten, die für Galeriepräsentationen erstellt werden und von privaten Sammlern gekauft werden sollen. Es wurde mir klar, dass der kommerzielle Aspekt meiner Arbeit mehr Aufmerksamkeit bedarf. Die Galerie-Marke „Mark Swysen“ braucht ebenso intensive Kunstwerke, aber mit mehr Aufmerksamkeit für die Größe und das Kaufumfeld.


“In einer idealen Welt führt das eine Ende der Waage zu Status, Ruhm und Ehre; das andere zu finaziellem Erfolg.“ (Walter Gehlen)
© Walter Gehlen
  • Über meine Karriere:
Zu diesem Thema erstellte Walter ein zweites Diagramm, dass die verschiedenen Akteure der Kunstszene, in besonderer Relation zu Ausstellungen als Fokus aller Interessen, zusammenfasste: Presse, Kuratoren, andere Künstler, Jurys, Galerien und Sammler. Alle haben einen unterschiedlichen Einfluss auf einander.

Es war mir bereits vorher klar, dass die Entwicklung jeder künstlerischen Karriere zu einem großen Teil von Kuratoren bestimmt wird, die entscheiden, welche Künstler sie in ihren Museen zeigen werden. Doch ein Künstler kann sie nicht einfach direkt ansprechen; er muss durch ausgestellte Arbeiten von Kuratoren entdeckt werden. Aufgrund der hohen Anzahl und weitläufige Verteilung der Ausstellungen werden die meisten Arbeiten nicht von dem Kurator gesehen werden, den der Künstler besonders beeindrucken wollte. Daher braucht jede Künstlerkarriere Unterstützer, die für die Arbeiten einstehen und sie empfehlen. Alle vorab genannten Akteure des Spiels sind zu diesem Zweck zu gebrauchen. Wenn jemand ehrlich von der Qualität eines Künstlers überzeugt ist, sind sie in der Lage Türen zu öffnen und die Aufmerksamkeit interessierter Kuratoren auf seine Arbeiten zu lenken.

Nachdem Walter gefahren war, habe ich mir zu diesem Aspekt weitere Gedanken gemacht und habe eingesehen, dass von einer erfolgreichen Verbindung zwischen Künstler und Kurator nicht nur der vorgestellte Künstler profitiert. Alle involvierten Parteien profitieren: Jeder wertet seinen Status innerhalb seinem Bereich der Expertise als Experte auf. Ich persönlich habe das erlebt, als ich einen der anderen Finalisten des BLOOOM Award by WARSTEINER einer belgischen Galerie vorgestellt habe, mit der ich zusammenarbeite: Sie waren sehr dankbar, einen Künstler zu entdecken, den sie bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannten und dessen Arbeiten perfekt in ihr Programm passt.

Natürlich war ich besonders froh, dass Walter sich sehr gerne als Unterstützer meiner Arbeiten einsetzen wird...
Ich freue mich sehr, dass er gute Kontakte zu wichtigen Institutionen um Köln hat.

Mark Swysen
09. November 2015

Im Interview:
Die Finalisten des BLOOOM Award by WARSTEINER 2015

Die Finalisten des BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 überzeugten die Jury mit ihren Arbeiten, setzten sich so gegen mehr als 1.500 Bewerber aus 75 Ländern durch und hatten die einmalige Chance, ihre Arbeit vor mehr als 35.000 Besuchern auf der BLOOOM - the converging art show zu präsentieren.

Jetzt hat der englische Kunst-, Kultur- und Lifestyle-Blog We Heart sich mit einigen von ihnen für einer exklusiven Interview-Serie getroffen.
Wir präsentieren Dir hier die Beiträge:

Die himmlischen Arbeiten von Mark Swysen

Der belgische Künstler schaffte es beim BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 auf den dritten Platz. Im Interview mit We Heart spricht er über seine Arbeit, die zugrundeliegende Philosophie und erklärt, was es mit den ganzen Regenschirmen auf sich hat.
Mark Swysen, garden of eden: reconsiderations on the concept of the original sin
Mark Swysen, garden of eden: reconsiderations on the concept of the original sin
Mark Swysen, post-anthropocene reboot of the ecosystem

Verlorene Unschuld - Erik Porstmann im Interview

Erik Porstmanns Arbeiten vermitteln verstörende Botschaften mit vertraut anmutenden Kinderbuch-Illustrationen. Mit seiner Serie "Kinderbilder" schaffte er es unter die 10 Finalisten des BLOOOM Award by WARSTEINER 2015.
Mit We Heart sprach er über die Verbindung des Schönen und Schrecklichen und die Frage, ob Kunst schwer zugänglich sein muss, um gut zu sein.
Erik Porstmann, Kinderbilder
Erik Porstmann, Kinderbilder
Erik Porstmann, Kinderbilder

Sind alle Künstler Lügner? -
Kati von Schwerin über Kunst und Wahrheit

In ihrer Arbeit "I knew Pinocchio when he wasn't famous" setzt sich Kati von Schwerin sarkastisch mit ihrer eigenen Rolle als Künstlerin auseinander und sagt, alle Künstler seien immer auch Lügner, denen nicht zu trauen ist.
Mit ihrem besonderen Lügenwerk schaffte sie es in die Top 10 des BLOOOM Award by WARSTEINER 2015. Nun erläutert sie im Interview mit We Heart ihr sehr zwiespältiges Verhältnis zur Kunst und der Wahrheit.
Kati von Schwerin, I knew Pinocchio when he wasn't famous
Kati von Schwerin, Licht bin ich, ach wäre ich doch Nacht

Kati von Schwerin, art my dear


Liat Livni (Gewinnerin 2015) über Geduld und Kunst, die berührt

Mit ihrer detailreichen Holzarbeit "Jerusalem Boulevard, Jaffa" überzeugte Liat die Jury des BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 und sicherte sich den ersten Platz des internationalen Kunstwettbewerbs.
Mit We Heart sprach die Israelische Künstlerin über ihre aktuellen Projekte, die Kunst der Geduld und ihr Ziel, Menschen zu berühren.
Liat Livni, The princess tower

Liat Livni, Oniya house flower

Liat Livni, Jerusalem Boulevard, Jaffa (Detail)
21. September 2015

IM INTERVIEW:
FINALIST ERIK POSRTMANN

Leute zu bewegen, ein Verständnis von Kunst, die allen Personen gleichermaßen zugängig ist, eigene Probleme und die anderer Menschen künstlerisch zu verarbeiten. Darum geht es in den Arbeiten von Erik Porstmann, Finalist des BLOOOM Award by WARSTEINER 2015. Wir hatten einige Fragen für Erik...

Was inspiriert Dich zu Deinen Arbeiten?

Fernsehen, alte Magazine, eigene und Probleme anderer Leute, eigentlich alles.


Wenn Du vor einer leeren Leinwand stehst, hast Du direkt einen Plan, eine konkrete Idee im Kopf?

Mal ist zuerst die Idee da, die man vermitteln möchte und dann werden entsprechende Dinge dafür gesucht oder zufällige Begegnungen mit Dingen geben mir eine größere oder besondere Idee und dann wird mitunter nach weiteren Dingen gesucht, diese können einen dann wiederum auf eine neue Ideen bringen. Tja, und so geht das immer weiter und so habe ich eigentlich immer zuviel Ideen/Bilder im Kopf und zu wenig Zeit.
Ist es erstrebenswert, dass ein Bild für die Betrachter schwer zugänglich ist?

Keep it simple. Kunst ist für alle da. Bilder müssen von möglichst vielen Leuten verstanden werden. Ich betreibe keine Geheimniskrämerei. Kunst kann doch hier und jetzt ganz offen widerständig sein.


Was beuten folgende Wortpaare für Deine Arbeit:
1. Ordnung/Chaos
2. verfremdet/realitätsgetreu


Zu 1. Die Produktivität dieses Antagonismus ist bekannt, für jegliche Arbeit notwendig. Man muss sich halt immer wieder mal zu einem gewissen Grad entscheiden.
Zu 2. Zwei Seiten einer Münze.
Was war das Highlight Deiner bisherigen Künstlerkarriere?

Immer wenn ich merke, dass ich Leute bewege, indem ich das zum Ausdruck bringe, was uns zweifeln lässt. Es befreit nicht nur mich, wenn man ein Bild für seine Gedanken bekommt.


Warum hast Du Dich entschieden, Dich für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 zu bewerben? Wie hast Du genau diese Arbeit dafür ausgewählt?

Bei diesem Award stehen die Bilder im Vordergrund und nicht die Vita oder das Renommee eines Künstlers. Somit ist das Erreichen der letzten Runde unglaublich befriedigend. Die Propaganda um und für den Award ist beeindruckend und bietet eine sehr gute Plattform für einen Künstler.
20. September 2015

IM INTERVIEW:
FINALISTEN KALYPSO

Mit ihrer raumeinnehmenden Installation NEGUA hat es das Kölner Künstlerduo KALYPSO (Philipp Dreber, Alessandro De Matteis, Michael Baumann) unter die Finalisten des BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 geschafft. Im Interview erzählen Sie, was sie am menschlichen Augen so inspiriert, dass sie ein Kunstwerk daraus gemacht haben und wie Chaos und Harmonie und ihren Arbeiten zusammenkommen.

Was fasziniert euch so sehr am menschlichen Auge, dass ihr eine überlebensgroße Installation aus ihnen machen wolltet?

Michael:
Die Augen der Anderen spielen in der Soziologie eine ganz besondere Rolle; da sind die Erkennungsmuster schon evolutionsbiologisch ganz tief in uns verwurzelt.
Wenn Menschen uns Ihre Aufmerksamkeit schenken, verschwenden wir kein Quäntchen davon – im Gegenteil: Mit NEGUA augmentieren wir den Augenblick noch und machen sozusagen das Betrachten zum Gegenstand der Betrachtung.
Natürlich steckt gerade hinter dem interaktiven Aspekt von NEGUA eine politische Aussage, da geht es um Identitätsklau und Datenhoheit. Wem vertrauen wir persönliche Daten an, zu welchem Zweck und zu welchen Bedingungen? Geht diese Rechnung langfristig für alle auf?

Alessandro:
Die Ausgangsfrage war zunächst einmal: Wie können wir unsere künstlerischen Bereiche Skulptur, Videomapping und Fotografie zusammenbringen? Unsere vorherige Arbeit war 2013 der „Katapultomat“ – eine Installation, bei der wir die Besucher einer Release-Party für das null22eins Magazin mit ihren ganzen Köpfen auf drei große einzelne Bälle projizierten.
NEGUA ist für mich die nahezu logische Fortführung dieses Projekts. Wir nutzen die Interaktivität mit den Betrachtern, die sich letztlich mit ihren eigenen Augen selbst beobachten. Jeder findet sich so in der Installation wieder und wird ein Teil von ihr. Beim Katapultomat waren es ganze Köpfe, jetzt ist es das so einzigartige Organ Auge. Die Vielfältigkeit des Menschen lässt sich über so ein kleines Detail wie das Auge sehr gut darstellen.
Jeder von uns dreien hat seine eigene Vision dazu; für mich steht die ästhetische Komponente im Vordergrund. Zudem ist es Sinnbild des dahinter stehenden kreativen Findungsprozesses, den die Kalypsomitglieder durchliefen. Für mich passt das Auge mit seiner eigentlich kreisrunden Form perfekt auf die Oberfläche des Ballons, es verbindet die Module der Installation; die ebenso wie ein Kreis keinen Anfang und kein Ende kennt.

Philipp:
Blicke verbinden. Jedes Auge ist individuell und einzigartig. Wie kleine Farbexplosionen zieren sie das Gesicht. Sie sind das Fenster zur Seele und man erkennt, wen man vor sich hat und wie es dem Gegenüber geht.
Welche Herausforderungen gab es bei der Realisierung der Arbeit?

Michael:
Wir spannen da einen ziemlich weiten Bogen von der Fotografie über die Skulptur bis hin zur algorithmischen Komposition. Außerdem legt jeder auf andere Werkaspekte wert: ästhetische, politische, kommunikative etc. Ohne tiefen Respekt und das Vertrauen in die Skills, das wir einander entgegenbringen, wäre so eine Symbiose gar nicht möglich.

Alessandro:
Erstens mussten wir überlegen, wie eine solche Installation mit ziemlich viel Technik im Hintergrund überhaupt realisierbar ist, und wie man sie direkt mit veränderbaren Elementen ausstatten kann.
Die Vorbereitungen waren das Erstellen des Algorithmus für das sehr kleinteilige Mapping, die Entwicklung der Module und des Netzes, in welchem sie gehalten werden. Das Konzept haben wir zusammen entwickelt, der größte Teil davon entstand im Austausch, jeder hat sich dann seinen Bereich herausgenommen und fortgeführt. Nur durch eine sehr enge Vernetzung der Arbeitsbereiche und die gegenseitige Inspiration haben wir das Projekt zügig voranbringen können.
Eine große Herausforderung für uns war die Diskussion, die uns schon vor dem Aufbau beschäftigte: Wären die Besucher überhaupt bereit dazu, das eigene Auge in Großaufnahme fotografieren zu lassen? Und gäbe es Probleme mit dem Datenschutz? Schließlich ist ein menschliches Auge einzigartig wie ein Fingerabdruck! Wir überlegten also, ob wir ein großes Banner aufhängen, mit der Erklärung, alle Bilder am darauffolgenden Tag zu löschen und machten uns viele Gedanken. Wie sich aber zeigte, fragte nicht ein einziger Besucher, was genau mit den Bildern geschehen würde. Das spricht wohl auch für sich.
Was die einzelnen Komponenten angeht, spielten wir natürlich auch verschiedene Varianten durch: Aus welchem Material sollten die Bälle sein, eventuell aus Pappe oder echte Bälle, aber zum Schluss waren Ballons die beste Entscheidung. Sowohl für die Handhabung, das Gewicht, die Oberflächenbeschaffenheit und auch die Kosten. Die perfekt gleichmäßige Form ist überdies extrem wichtig für das Mapping.
Die übrigens selbstgenähte Wabenstruktur ist einmal am Boden und zweimal an der Decke befestigt gewesen. Beim Aufblasen der Ballons in der Struktur stabilisiert sie sich von allein und hat die gesamte Installation sehr gut überstanden.
Weitere Punkte waren das Licht im Raum; für das Mapping muss der Raum nahezu komplett abgedunkelt werden können, die Aufhängung der Beamer, die Übertragung von Foto zu Beamer und so weiter und so fort…
Die Diskussionen haben wir aber auch zu dritt sehr gut geführt und konnten uns letztlich immer einigen. Es ist eine zwar aufwändige und kostenintensive Installation entstanden, die aber auch mobil und modulierbar ist und vor allem: Sie macht Spaß und ist beeindruckend!

Philipp:
NEGUA ist ein interdisziplinäres, technisch sehr komplexes Kunstwerk. Wir sind aufeinander angewiesen und haben uns aufeinander abgestimmt. Die größte Herausforderung liegt wohl in der Kommunikation miteinander. Doch die ist nicht zwingend verbal, was logisch ist, da wir visuell arbeiten.
Was beutet das folgende Wortpaar für Eure Arbeit:
  • Harmonie / Chaos

Michael:
Um Entropien, also unbekannte, chaotische Informationen, aufzunehmen, braucht es Referenzen: Harmonien sind solche Referenzen, aber auch alle anderen Traditionen, narrative beispielsweise. Ich finde, ein Kunstwerk muss immer auf mehreren Verstandesebenen funktionieren. Nicht, um allen Menschen zu gefallen, sondern eher, um in jedem Einzelnen das Vertrauen zu wecken, das er braucht, um sich auf das Neue eines Werks einzulassen. Versteckt sich im Chaos aber tatsächlich nur der Zufall, dann war der Komponist faul.

Alessandro:
Als Fotograf liebe ich beide Konzepte sehr. Beides existiert in NEGUA: Wenn man sich die Buchstaben des Wortes, das ich erfunden habe, genau anschaut, wird auch hier aus anfänglichem Chaos schnell Harmonie.
Bei drei so unterschiedlichen Künstlern und Persönlichkeiten spielen sicherlich beide Konzepte eine Rolle.

Philipp:
Chaos ist der Begriff für ein System, welches der Mensch nicht im Stande ist zu begreifen. NEGUA ist ein sehr strukturiertes Projekt. Es gewinnt an Lebendigkeit, wenn wir diese Struktur brechen.


Was war das Highlight Eurer bisherigen Künstlerkarriere?

Michael:
Welche Karriere? "lacht" Für mich war immer das letzte Ding das beste. Ich hoffe mal, das bleibt auch so!

Alessandro:
Für das Künstlerkollektiv Kalypso ist natürlich die Nominierung für den Blooom Award das Beste was passieren konnte!
Für mich war ein besonderes Kompliment eines Kunstkritikers und Fotografieprofessors in Rom das Highlight: Er sagte: „Alessandro, du bist ein Fotograf von morgen.“ Preise, Auszeichnungen und Ausstellungen sind sicherlich auch schöne Ereignisse, aber persönliche Worte wiegen oft viel mehr.

Philipp:
NEGUA ist mein persönliches Highlight, weil es die Menschen nicht außen vor lässt sondern miteinbezieht. Die Reaktion in der Museumsnacht 2014 war wirklich überwältigend. Der halluzinierende Effekt lässt einen nicht los.


Warum habt ihr Euch entschieden, Euch für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 zu bewerben?

Alessandro:
Der BLOOOM Award ist zweifellos ein sehr anerkannter Preis, der ein tolles Publikum hat – und es hat tatsächlich sofort geklappt, wir sind überrascht und sehr stolz, jetzt schon unter den Top10 zu sein!

Philipp:
Natürlich wünschen wir uns, den BLOOOM Award zu gewinnen. Wir sind sehr froh, NEGUA einem so großen Publikum zeigen zu können.
Welche Dinge sind für Dich bei Deiner Arbeit unverzichtbar?
Michael:

Anadol

Augen

Ersatzteile

Mate
Alessandro:

David Lynch

Canon DSLR

Light Equipment

Radiohead
Philipp:

Hammer und Amboss

IM INTERVIEW:
FINALISTIN BETTY RIECKMANN

19. September 2015

Mit ihrer Arbeit „a morphing Frank Stella“ überzeugte Betty Rieckmann die Jury des BLOOOM Award by WARSTEINER 2015: Ihre Arbeit wird auf der Sonderausstellung auf der BLOOOM – the converging art show präsentiert und Betty hat die Chance, den internationalen Kunstpreis zu gewinnen. Im Interview erzählt sie uns heute über ihre bisherigen Karrierehighlights und die Kunst, mit Licht zu malen.

Was fasziniert dich so an Frank Stellas Arbeit „concentric squares“, dass Deine eigene Arbeit „a morphing Frank Stella“ direkten Bezug darauf nimmt?


Es hat mal jemand zu mir gesagt, dass die Welt so kompliziert und überlagert mit Sinneseindrücken sei, dass die einzig wahre Kunst die einfache und unkomplizierte Kunst sei. Frank Stella hat mit seinen „concentric squares“ eine spannende, dennoch einfache, geometrische Anordnung von farbigen Rahmen, die eine sehr simple, demütige bildhafte Darstellung bietet. Dennoch ist in dieser absoluten Einfachheit eine hypnotische Wirkung verborgen. Die Rahmen wirken lebendig und das Bild bekommt eine Plastizität aufgrund seiner Farbgebung.
Um zu zeigen, dass einfache Formen eine viel spannendere Sprache haben, wollte ich diese fast lebendigen und eingeschränkten „concentic squares“ zum Leben erwecken. Das Quadrat, als fast vollkommene geometrische Form in Verbindung mit Licht, ergibt eine sehr klare und deutliche Sprache: die Einfachheit, Reduktion als Vollkommenheit.


Was ist die besondere Herausforderung, die sich zeigt, wenn man mit Licht malen möchte?

Licht ist nicht wie Farbe. Man kann es nicht eintüten und mit sich nehmen. Man braucht ein ganz anderes Werkzeug um Licht „bändigen“ zu können. Hierfür muss man die Eigenschaften von Licht kennenlernen, also wirklich studieren. Man muss lernen wie sich Licht auf den verschiedensten Oberflächen verhält, aus was Licht besteht und wie sich Lichtfarben zusammensetzten lassen. Natürlich muss man auch das technische Know-how haben, um überhaupt die richtigen Leuchtmittel zu finden und diese auch korrekt zu verkabeln. Man ist in gewisser Art und Weise Elektriker, Maler, Bildhauer und Philosoph.
Was beutet das folgende Wortpaar für Deine Arbeit:
  • Harmonie/Chaos

Durch die vorgegebene Form, das rechneriche Quadrat, was die fast vollkommenste geometrische Form ist, herrscht das Chaos in der Lichtprogrammierung. Das bedeutet dass die Farben der einzelnen Rahmen nicht selbst definiert sind. Diese Lichtfarben werden durch Zufall gewählt/gesteuert. Doch aufgrund der reduzierten und vollkommenen Form hat auch diese Zufallslichtprogrammierung eine Überordnung und wirkt auf dem Betrachter überaus harmonisch und festgelegt. Man könnte fast meinen, im Chaos eine herrschende Ordnung zu finden.


Was war das Highlight Deiner bisherigen Künstlerkarriere?

Es gibt dieses Jahr mehrere Highlights. Mein aller erster Auftritt im Museum Modern Art Hünfeld. Hier hatte ich mich für die Neueröffnung des Museums beworben und war dann die jüngste Ausstellerin mit 28 Jahren. In Hünfeld habe ich dann auch den Publikumspreis gewonnen.

Danach durfte ich, mit der großzügigen Unterstützung von EnBW, zur 300 jährigen Geburtstagfeier von Karlsruhe meine reaktive Lichtinstallation „light trees“ im Schlosspark aufbauen. Diese Installation wird noch bis Ende September dort zu sehen sein.

Gleichzeitig wurde ich zum ersten Mal zum Medien Festival „die Platine“ in Köln eingeladen und konnte dort meine „enlightenment machine“ ausstellen. Die Besucher und die Presse waren von meiner Arbeit sehr beeindruckt.

Und jetzt wurde ich zum BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 eingeladen.
Und jetzt darf ich beim BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 ausstellen!
Wenn was läuft dann läufts!
Warum hast Du Dich entschieden, Dich für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 zu bewerben? Wie hast Du genau diese Arbeit dafür ausgewählt?

Da ich eine junge, aufstrebende Künstlerin bin, muss ich immer auf der Suche nach neuen Ausstellungsmöglichkeiten sein, um mich der Welt präsentieren zu können. Ich bin immer auf der Suche nach neuen Events und Ausstellungen für meine Kunstobjekte. Der BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 ist eine perfekte Bühne um mein Kunstwerk mit anderen Werken von Künstlern aus der ganzen Welt zu vergleichen. Dieser Wettbewerb, gesponsort von WARSTEINER, gibt vielen Künstlern die Chance, national und international entdeckt zu werden. Die meisten jungen Künstler sind auf solche Förderungen angewiesen um ihre Kunst zu verwirklichen.

Ich habe mich für „a morphing Frank Stella“ entschieden, da es in seiner Klarheit und Einfachheit unendliches offenbart: man wird niemals die gleichen Farbkombinationen sehen! Eine Übersetzung/Interpretation von Frank Stella’s Malerei in die heutige, zeitgenössische Malerei, jedoch nicht mit Farbe sondern mit Licht. Ich habe dieses Kunstwerk gewählt, da dies erst mit den neuen Technologien (LEDs) möglich ist und für mich eine besondere Herausforderung darstellt. Ich male mit Licht.
Welche Dinge sind für Dich bei Deiner Arbeit unverzichtbar?

18. September 2015

IM INTERVIEW:
FINALISTIN LIAT LIVNI

Liat Livni, Finalistin des BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 aus Israel verbindet in ihrer Arbeit „Jerusalem Boulevard, Jaffa“ verschiedene Zeitepochen in einem einzelnen Kunstwerk. Im Interview erzählt sie uns von ihren ersten Kunstinspirationen und dem Einfluss ihrer Eltern auf ihre künstlerische Karriere.

Welchen Künstler oder welches Kunstwerk magst du besonders gerne?

Mein erstes Lieblingskunstwerk in der Grundschule war René Magrittes “Le Château des Pyrénées” (The Castle of the Pyrenees), von 1959, aus der Sammlung des Israelischen Museums. Lustig, wenn ich jetzt in Verbindung zu “Jerusalem Boulevard, Jaffa” darüber nachdenke hat es mich vielleicht ein wenig beeinflusst.


Welche Bedeutung hat “Jerusalem Boulevard, Jaffa” für dich persönlich? Was hat dich dazu gebracht ein Kunstwerk in Verbindung zum Boulevard zu erschaffen.

Die Arbeit wurde speziell für die Ausstellung “The First Boulevard” geschaffen. Die Show, die vom “Studio for Building Preservation” der Azrieli School of Architecture der Universität Tel-Aviv ins Leben gerufen wurde, bestand aus drei Teilen: Arbeiten der Studenten, Materialien aus dem Archiv und Dokumentationen des Boulevards, sowie Kunstwerke bestehend aus verschiedenen Medien.
Als Tochter einer Architektin und eines Bauingenieurs war ich schon immer an urbaner Architektur interessiert und der Gedanke an dieser Ausstellung teilzunehmen hat mich sehr gereizt. Außerdem hatte ich mir vorgenommen, mich der Herausforderung zu stellen ein großes Werk aus Holzfurnier herzustellen.
Die Skulptur beinhaltet Abbildungen des Boulevards aus verschiedenen Epochen. War das dein Ziel, als du mit dem Projekt angefangen hast?

Ja, auf jeden Fall. Jaffa hat eine lange Geschichte, die bis ins biblische Zeitalter zurückgeht und der zentral gelegene Boulevard verbirgt eine Fülle an kultureller und historischer Zeitgeschichte. Der sich immer wieder ändernde Name ist ebenfalls ein Zeichen dafür: Bevor sich der Name zu Jerusalem Boulevard änderte, war der Boulevard erst als Jamal Pasha Boulevard und anschließend als King George the 5th Boulevard bekannt. Bei der Erstellung meines ersten Entwurfs hatte ich mich schon dazu entschieden, mich mit der kulturellen Vielfalt des Boulevards zu beschäftigen, die sich über die Jahre durch seine Architektur ausdrückt. Ich habe diese Vielfalt einer Karte mit den erhaltenen Gebieten gegenübergestellt.
Was war das Highlight Deiner bisherigen Künstlerkarriere?

Ich hatte schon mehr als einen Höhepunkt und ich bin für jeden mehr als dankbar.
Unter anderem die Ausstellung meiner Werke als Teil der Sammlung des Israelischen Museums und die Teilnahme an sieben unglaublichen Artist-in-Residence Programmen, die mich an Orte gebracht haben, von denen ich nicht mal zu träumen gewagt hätte.
Ich war sehr zufrieden mit meiner Einzelausstellung im Kuandu Muesum of Fine Arts in Taipei, Taiwan, die nach einem zweimonatigen Aufenthalt entstanden ist, in denen ich mit der Unterstützung von Einheimischen und mit örtlichen Materialien, wie Sand und Erde, gearbeitet habe.


Wieso hast du dich dazu entschieden, dich für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 zu bewerben? Inwiefern passt das Werk “Jerusalem Boulevard, Jaffa” als Beitrag?

Ich habe den Aufruf online gesehen und der Bewerbungsprozess erschien mir sehr leicht. Ich dachte mir, dass ich nichts verlieren kann, wenn ich es versuche, auch wenn vielleicht nur die Jury meine Bewerbung sehen würde. Wenn man aus so einem kleinen Land wie Israel kommt, das nur eine winzige Kunstszene hat, dann sucht man immer nach mehr Leuten, die deine Kunst kennen und schätzen lernen. Ich kann kaum glauben, dass ich eine der 10 Finalisten bin.
Welche Dinge sind für Dich bei Deiner Arbeit unverzichtbar?

16. September 2015

IM INTERVIEW: FINALIST MARK SWYSEN

Für Mark Swysen aus Belgien, Finalist des BLOOOM Award by WARSTEINER, ist das ganze Leben ein strukturiertes Chaos. Wie er diesem Chaos in seinen Arbeiten Ausdruck verleiht erzählt er uns im Interview.

Was beutet das folgende Wortpaar für Deine Arbeiten:
  • Harmonie/Chaos

Für mich ist die Welt ein einziges strukturiertes Chaos. Mit meinen Arbeiten versuche ich, die Welt zu verstehen und suche nach einer gewissen Ordnung in all diesem Chaos.

Meine Kunstwerke sind riesige Installationen, was eine sehr organisierte Arbeit notwendig macht. Es erleichtert mir die Arbeit um einiges, wenn ich von Anfang an mit einer sehr strukturierten Aufbauweise plane.
Die Technik hinter meinen Kunstwerken ist demnach sehr strukturiert, auch wenn die Arbeit selbst einem grundlegenden Chaos Ausdruck verleiht.


Wie kam es dazu, dass Du in Deinen Kunstwerken Plastikflaschen und einen Plastikschirm verwendest? Was inspiriert Dich an diesen Materialien?

Mich inspirieren nicht nur diese Materialien. Eigentlich können alle Materialien soziologisch und gesellschaftliche Bedeutung haben, das auch nicht ausschließlich im Bereich der Kunstwelt. Somit ist grundsätzlich jedes Material in meinen Arbeiten möglich.

Mein Verständnis der Kunst orientiert sich stark an Jacques Derida, der den Kontext eines jeden Kunstwerkes immer auch als Teil der Arbeit ansieht.
In diesem Zusammenhang ist es mir sehr wichtig, den Kontext, in dem meine Arbeiten präsentiert werden, hervorzuheben und anzuerkennen. Durch die durchsichtigen Plastikflaschen und den Regenschirm kann man unmittelbar die Umgebung der Installation wahrnehmen, da sie nichts verdeckt.

Außerdem spiegeln diese Materialien auch einen Teil der Bedeutung meiner Arbeit, die sich mit der wissenschaftlichen Hypothese eines Lebens auf der Erde resultierend aus einer Verbindung aus Wasser, Kohlenstoff und Sonnenkraft und einer gegenüberliegenden Hypothese einer Welt, entstanden aus göttlicher Intervention. Sie sind analog zur wissenschaftlichen Hypothese eines Lebens auf der Erde gewählt. PET und Plastik bestehen ebenfalls aus Kohlenstoff, das Wasser kann in den Flaschen abgefüllt und vom Regenschirm abgewiesen werden und durch die Transparenz der Materialien ist es vollkommen durchlässig für Licht.
In wie fern definieren Fehler und Mängel Deine Kunst?

Fehler sind in meinen Arbeiten immer sowohl geplant, als auch ungeplant. Das „nicht perfekt sein“ ist immer ein wichtiger Teil meiner Kunst. Sonst liegt meiner Meinung nach keine Kunst mehr vor, sondern lediglich ein Designobjekt.

Zu Beginn dieser Arbeit hatte ich eine perfekte Helix erstellt, durch einzelne Fehler wurde die Arbeit aber dann interessanter, als die Anfangsidee. Somit habe ich absichtlich Fehler eingebaut.

Das Leben und der Mensch sind auch nicht perfekt. Meine Kunst soll auch das verdeutlichen.

Was ist für Dich der Hintergrund einer jeden Arbeit?

Ich beschäftige mich mit der Kunst immer auch auf eine sehr theoretische, philosophische Art und Weise. Ich finde in den Arbeiten des amerikanischen Philosophen Arthur Danto mein persönliches Kunstverständnis ausgesprochen.
Für ihn ist immer wichtig, dass Kunst zwei Dimensionen umfasst. Eine Idee, aber immer auch ihre verkörperte Realisierung. Kunst ist demnach immer eine verkörperte Idee. In meiner eigenen Arbeit zeigt sich das darin, dass meine Kunstwerke immer sehr körperlich, aber auch von Grund auf konzeptuell sind.
Schließlich ergänzte er seine Theorie noch um das Element des Wachtraums. Ein Kunstwerk ist immer auch ein Erlebnis, welches Surrealismus möglich macht, die Fantasie anregt und somit wie eine Art Traumzustand ist.
Das ist das Ziel meiner Arbeiten: Konzept, Materialität und Traum zu verbinden.


Mit welchem Künstler würdest Du gerne ein gemeinsames Projekt starten?

Das ist einfach: Ólafur Elíasson.
Ich bin ein großer Fan seiner Arbeiten und sie sind wirklich toll. Er verwendet viele verschiedenen Materialien und arbeitet oft in großen Formaten. Er ist für mich der interessanteste Künstler und hat einen ähnlichen Einstieg in die Kunst, wie ich ihn habe.
Was war das Highlight Deiner bisherigen Künstlerkarriere?

Zu dieser Frage gibt es zwei verschiedene Interpretationen. Entweder das Highlight im Bezug auf Status oder aber das Highlight, welche Arbeiten ich besonders toll fand.

Zum Status-Aspekt waren definitiv meine Teilnahme an der Havanna Biennale und meine Ausstellung in den Flottmannhallen im Ruhrgebiet.

Ein absolutes Highlight meiner Künstlerkarriere ist es aber auch, dass ich seit zwei bis drei Jahren tolle Inhalte und wirkliche gute Arbeiten erstellt habe, auf die ich sehr stolz bin. Meine Arbeit mit der ich mich beim BLOOOM Award by WARSTEINER beworben habe ist definitiv eine davon.


Warum hast Du Dich entschieden, Dich für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 zu bewerben? Wie hast Du genau die Arbeit “garden of eden: reconsiderations on the concept of the original sin“ dafür ausgewählt?

Ich denke, dass “garden of eden: reconsiderations on the concept of the original sin“ eine meiner besten Arbeiten ist und den Schwerpunkt meiner Arbeit als Künstler der letzten Jahre gut ausdrücken kann.
Über deutsche Freunde und Künstler bin ich auf den Award aufmerksam geworden.
15. September 2015

IM INTERVIEW: FINALISTIN KATI VON SCHWERIN

Kati von Schwerin hat es mit ihrer Arbeit „I knew Pinocchio when he wasn’t famous“ unter die Finalisten des BLOOOM Award by WARSTEINER geschafft. Im Interview erklärt uns Kati, was Pinocchio mit Kunst zu tun hat und ob alle Künstler wirklich Lügner sind.

Was beutet das folgende Wortpaar für Deine Arbeiten:
  • Harmonie/Chaos

In meinem Atelier hat leider das Chaos meist die Überhand… Wenn ich im Arbeitsprozess stecke, hole ich einmal alles aus den Schubladen und lasse es an Ort und Stelle fallen, um zur nächsten Aufgabe zu gehen.
Doch bezüglich des Arbeitsprozesses bin ich immer darum bemüht, keinem dieser beiden Phänomene den Vortritt zu lassen. Bewegt sich die Arbeit zu sehr in eine Richtung, wird es schnell langweilig, dann produziert man nur noch aufmüpfigen Rotz oder laue Landschaftsmalerei. Ich versuche meine Arbeit im schmalen Grad dazwischen auszupegeln, denn da liegt die Spannung! Wenn es gelingt, dass es schizophren wegbricht, kann es nur gut sein.
Wie kam es dazu, dass Du gesagt hast „Don’t ever trust the artist“ (2011, Werkbeschreibung)? Erstellen Künstler mit ihren Arbeiten Lügen und Unwahrheiten?

Ja im Grunde ist es genauso. Wenn ich im Museum alte Porträts betrachte, ist es immer wieder verblüffend, wie stark die verschiedenen Darstellungen ein und derselben Person auseinandergehen. Die Realität wurde also schon zu früherer Zeit „geschönt“. Und auch heute erzählt jeder Künstler seine eigene Geschichte, mit seinen eigenen Sichtweisen, ein Ego-Trip halt, und er hat eben die Mittel Realität neu zu erschaffen, Proportionen zu ändern, Farbe zu ersetzen, oder Dinge zu kombinieren, die es so in Wirklichkeit nicht gibt. Da fällt mir spontan Thomas Grünfeld mit seinen „misfits“ ein…
Und mal abgesehen vom Arbeitsprozess, ist der Künstler selbst doch gerne ein Geschichtenerzähler, ein aufgeblähter Quatschkopp, der viele wichtige „Projekte“ am Start hat, über die er noch nicht sprechen darf. (Ich bin da natürlich gaaanz anders….;-))


Wie kamst Du auf die Idee, Pinocchio in einem Kunstwerk zu integrieren? Was hat Dich zur Arbeit inspiriert?

Naja Pinocchio als Sinnbild für den Vorzeige-Lügner, eignete sich allzugut für meine Thematik. Man nimmt es ihm ja nicht übel, dass er es mit der Wahrheit nicht genau nimmt, und seine Lügen sind ja auch keine Lügen in einem bösartigen Ausmaß. Zudem ist er gleichzeitig auch selber ein Kunstprodukt, eine Figur, die aus einem Stück Holz geschaffen wurden, und die den kreativen Prozess als solchen also bestens repräsentiert. Und obendrein hat für mich die Geschichte des Pinocchio einen schönen Unterton: Visionen können wahr werden, man kann etwas (er)schaffen, sich weiterentwickeln, nach Höherem streben.
Zudem habe ich bei der nominierten Arbeit versucht, den Aspekt von Transformation, Flexibilität und Deformation einzubauen. Ich persönlich finde es wichtig, dass man sich als Künstler stetig selbst herausfordert, nie satt ist und nicht an etwas hängen bleibt, nur weil es sich gut verkaufen lässt. Denn das Risiko, dass man apathisch wird ist enorm, und gleichzeitig entwickelt man sich schnell zum Arsch, wenn man die Selbstreflexion verliert und sich nicht mehr ins Risiko des Scheiterns begibt.
Was war das Highlight Deiner bisherigen Künstlerkarriere?

Besonders in Erinnerung bleibt mir die Ausstellung im Museum für Gegenwartskunst in Siegen (2011). Ich hatte dort zwei große Museumsräume zu Verfügung und konnte mich ausgiebig austoben. Nebenan wurde eine Foto(!)-Ausstellung von Cy Twombly gezeigt, was ich als Ehre empfand.
Da ich als Künstlerin ja eine gespaltene Persönlichkeit bin, und auch musikalisch arbeite, war es für mich ebenfalls ein großes Highlight, als ich 2012 von zwei namhaften britischen Songwritern für eine Zusammenarbeit nach London eingeladen wurde.
Meinen erster Fernsehauftritt in „der allerbesten Sebastian Winkler Show“ (2013) werde ich wohl auch nie vergessen… Ich fand es großartig, dass junge bildende Künstler endlich auch in den Fokus einer öffentlich rechtlichen Show-Gast-Sendung geraten. Ausserdem musste ich mit einer Currywurst ein Bild malen… das war schon ein einschneidendes Erlebnis! ;-)


Warum hast Du Dich entschieden, Dich für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 zu bewerben? Wie hast Du genau diese Arbeit dafür ausgewählt?

Ich war 2010 mit einer Galerie auf der ART.FAIR vertreten und habe also die Premiere des Blooom Award bei meiner eigenen Messepremiere hautnah miterlebt. Die ausgestellten Arbeiten sind mir bis heute teilweise in Erinnerung geblieben, da mir damals wie heute auffiel, dass hier offensichtlich über den Tellerrand der Kunst hinausgeblickt wird. Der Standartkram, der bei anderen Kunstpreisen oder Förderprogrammen oftmals gezeigt wird, wird hier eindeutig nicht präferiert. Ich habe mich seit längerer Zeit nicht mehr für einen Kunstpreis oder Ähnliches beworben, weil mir die meisten Projekte einfach träge und übersättigt erscheinen. Da wird stets auf Nummer sicher gegangen, kein Mut gefördert, keine Spritzigkeit verlangt.
Die Tatsache, dass sich der BLOOOM Award innovativ, offen und intelligent präsentiert, hat mich dazu bewogen, den Pinocchio ins Rennen zu schicken, anstelle einer technikorientierten Ölmalerei. Diese Werke, die eben über einen klassischen Ansatz hinausgehen, liegen mir besonders am Herzen und umso mehr freut es mich, dass die ausgewählte Arbeit nun auf die Reise gehen darf! Jipi.
11. September 2015

IM INTERVIEW: FINALIST MASOUD MOEIN ESLAM

Was ist Dein Lieblingskunstwerk oder Dein Lieblingskünstler?

Das ist eine sehr schwierige Frage! Es gibt viele großartige Kunstwerke und Künstler, unter denen es sehr schwierig ist, nur einzelne auszuwählen! Am ehesten würde ich Tim Burton als Filmemacher auswählen. Für mich ist sein Charakter und auch die einzigartige Auseinandersetzung mit Umgebungen in seiner Arbeit sehr spannend.

Helle Lichter, die vor Deinem Gesicht flackern, Bilder von denen Dir schwindelig wird und laute Musik, die diese Erfahrung begleitet. In seiner Arbeit “Tehran” will Masoud Moein Eslam aus dem Iran seine Erfahrung des alltäglichen Lebens in Teheran zum Ausdruck bringen. Lernt heute mehr über Masouds Arbeit und seine Inspirationen.

Wie hast Du die Musik für Deine Videoarbeit ausgewählt?

Als ich die Idee entwickelte, dachte ich mir, dass Musik das Gefühl von Bewegungen und Flattern, welches ich in dem Video zeigen wollte, noch verstärken könnte. Außerdem hätte das Video ohne Musik möglicherweise zu hart und verstörend wirken können. Das war nicht das, wie ich Teheran als eine dynamische Stadt voller Attraktionen, aber auch als Metropole mit negativen Seiten zeigen wollte.
Aber warum habe ich dieses spezielle Musikstück ausgewählt?
Naja, dieses Stück (gespielt von der O-Hum Rock Band) spukt schon seit einigen Jahren in meinem Kopf rum und ich dachte mir immer, eines Tages wirst Du diese Musik in einer Deiner Arbeiten verwenden. Das war also der perfekte Moment! Was würde besser passen, als Musik, die auf iranischen Musikinstrumenten gespielt und eigens für Teheran komponiert wurde? Die Dynamiken in dem Stück waren genau das, wonach ich gesucht hatte – also sagte ich mir: Das ist es!
Ist Deine Arbeit ein Symbol Teherans, so wie Du es erlebst? Oder ist es ein Symbol einer idealisierten Version?

Selbstverständlich kann das Video Teheran nicht vollständig repräsentieren. Man kann eine Metropole wie Teheran aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.
Diese Arbeit ist also perfekter Ansatz. Anders gesagt: das Video ist das Produkt meiner Einstellung und ein Symbol des von mir erlebten Teherans: In Form von Stadtlichtern, habe ich versucht das Gefühl der konstanten Bewegung, des Flatterns und der zum Ausdruck zu bringen, die ich in Teheran jeden Tag erlebe.


Was war das Highlight Deiner bisherigen Künstlerkarriere?

Ich habe immer versucht, neue Herausforderungen zu erleben, sei es Malerei, Skulptur, Theater, Animation oder Filmemachen. Ich denke, durch die Produktion von Filmen und Videos kann ich meine Gedanken ausdrücken und unendliche Herausforderungen erleben. I habe bereits vier Videos und einen Kurzfilm produziert, von denen „Tehran“ der erfolgreichste ist.
10. September 2015

IM INTERVIEW: FINALIST JOHN BIZAS

John Bizas’ Arbeit “Still 7” zeigt einen Hai gefertigt aus massivem Marmor. Im Interview teilt John uns mit, wie sein Arbeitsprozess abläuft und was bis jetzt die Highlights seiner künstlerischen Karriere waren. Lernt John jetzt bereits kennen und lasst Euch seine Arbeit auf der Sonderausstellung des BLOOOM Award by WARSTEINER nicht entgehen.

Wie entstehen die Titel Deiner Kunstwerke? Bestimmst Du den Titel, nachdem die Arbeit fertig ist, weil sie eine bestimmte Reaktion in Dir hervorruft?

Ich fange nie eine Arbeit an, wenn ich nicht eine komplette Idee in meinem Kopf vorbereitet habe. Wenn ich mit meinen Arbeiten beginne, kann ich bereits das fertige Kunstwerk, inklusive aller Details vor mir sehen und auch den Titel. Die Ideen kommen mir in den Sinn, wenn ich über die Situation unserer Welt und das Verhalten der Menschheit nachdenke.
Was ist Dein Lieblingskunstwerk oder Lieblingskünstler?

Ich habe keinen bestimmten Lieblingskünstler, aber ich mag es, wenn zeitgenössische Künstler Marmor und Stein in ihren Arbeiten verwenden und somit einem traditionellen Material einen zeitgenössischen Charakter verleihen. In meinen Arbeiten verweise ich auf Jon Fabre und Damien Hirst.


Was war bis jetzt das Highlight Deiner künstlerischen Karriere?

Ein sehr wichtiger Moment war für mich im April 2014, als das MUSA, das Museum für Skulptur und Architektur der Stadt Pietrasanta / Italien, ein Video-Interview mit mir für ihre Archive produzieren, zu dem dann alle Besucher des Museums Zugang haben. Pietrasanta wird als Hauptstadt der Skulptur gehandelt und es ist mir eine Ehre, meine Datei im Museum der Stadt, unmittelbar neben sehr wichtigen Künstlern wie Hans Jean Arp, Fernando Botero, Joan Miro, Henry Moore, Igor Mitoraj und viele andere zu wissen.


Was ist der Prozess, mit dem Du die Spiralstruktur Deiner Arbeit „Still 7“ erstellst? Wie bearbeitest Du den Marmor?

Zuerst fertige ich einen einfachen Marmor-Hai. Wenn ich das getan habe, fange ich an, die Form auszuhöhlen und die anderen Elemente (in diesem Fall die Pfeile) hinzuzufügen.
Welche der sieben Todsünden, die Du in Deiner Arbeit ja darstellst, ist Dir persönlich am nächsten?

Ich bin auch nur ein Mensch; ich bin nicht perfekt. In verschiedenen Stadien meines Lebens habe ich einmal zu jeder der Sünden tendiert. Wenn man erwachsen wird, wird man reifer und beginnt, Selbstkontrolle aufzubauen und seinen eigenen Prinzipien treu zu bleiben.


Warum hast Du Dich entschieden, Dich für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 zu bewerben? Wie hast Du genau diese Arbeit dafür ausgewählt?

Ich habe mich dafür entschieden, mich für den Award zu bewerben, weil ich es als eine wirklich tolle Möglichkeit für Künstler sehe, seine Arbeiten zu zeigen. Die ART.FAIR ist eine sehr wichtige Messe für die zeitgenössische Kunstszene und ich bin sehr froh, dort zu sein. I habe die Arbeit „still 7“ gewählt, weil es eine meiner Arbeiten ist, bei denen ich mich jedes Mal freue, wenn ich sie anschaue, dass ich es geschafft habe, sie zu erstellen.


Welche Dinge sind für Dich bei Deiner Arbeit unverzichtbar?

Einige der Handwerke, die auf dem Bild zu sehen sind, sind aus technischer Sicht sehr wichtig für die Erstellung meiner Arbeiten.

Aber von den zwei Aspekten, die am allerwichtigsten sind, kann man keine Fotos machen.
Zum einen ist das der sentimentale und mentale Zustand, in dem ich mich befinde, wenn ich neue Arbeiten erarbeite. Zum anderen ist es die Musik; es ist fast unmöglich für mich zu arbeiten, ohne dabei Musik zu hören.
09. September 2015

IM INTERVIEW: FINALIST JOHAN SCHÄFER

So etwas sieht man nicht alle Tage... ein Auto, das an der Wand hängt. Im heutigen Interview berichtet Finalist Johan Schäfer, was ihn zu seinen Arbeiten inspiriert und wie er zum BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 kam.

Wie kommst Du auf die Idee, Gegenstände aus Deinem unmittelbaren Umfeld in Originalgröße zu reproduzieren?

Ich finde es spannend, wenn eine Leinwand durch das Bemalen selbst zum Objekt wird. So kam es, daß ich Autos nach einem Blick aus dem Atelierfenster gleich als ganze Leinwand gemalt habe.
Wie fällt Deine Auswahl auf Alltagsgegenstände, die Dich inspirieren? Gibt es hier einen gemeinsamen Nenner?

Die Form der Leinwand. Bis auf wenige Ausnahmen ist es mir wichtig auf herkömmlichen Leinwänden zu arbeiten und diese sind nun mal rechteckig.


Wenn Du vor einer leeren Leinwand stehst, hast Du direkt einen Plan, eine konkrete Idee im Kopf?

Zuerst kommt die Idee. Meine Motive entstehen als Resultat großteils unbewusster, spielerischer und zeichnerischer Überlegungen. Die Leinwand wird dann passend zur Bildidee bespannt. Das Bild wird im Malprozess weiterentwickelt.
Die Bilder bauen aufeinander auf und ein Bild zieht das nächste nach sich.


Was beuten folgende Wortpaare für Deine Arbeit:
  • Ordnung/Chaos
  • verfremdet/realitätsgetreu

Vom Chaos zum fertigen Bild.
Die Realität ist in der Malerei zum Glück formbar
Was war das Highlight Deiner bisherigen Künstlerkarriere?

Am wichtigsten ist immer das Bild an dem ich grade arbeite.

Warum hast Du Dich entschieden, Dich für den BLOOOM Award by WARSTEINER 2015 zu bewerben? Wie hast Du genau diese Arbeit dafür ausgewählt?

Ich bin im letztem Jahr durch eine Freundin auf den BLOOOM Award aufmerksam geworden. Das „kleine grüne Auto“ schien mir gut zu passen.


Was ist für Dich bei der Entstehung Deiner Arbeit unverzichtbar?

Für mich ist das wichtigste zum Malen kein Gegenstand, sondern Zeit.

BLOOOM Award by WARSTEINER 2016

BLOOOM Award by WARSTEINER 2017

Danke für über 2.300 Bewerbungen in 2017 - ein neuer Rekord!

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